Der Barbier meines Vertrauens ist 1000 km entfernt. Versteckt im Zentrum der albanischen Stadt Shkodra, nicht weit vom Postamt, gegenüber des Kinema Kaffeehaus, liegt seine Nische in der er einen uralten Barbierstuhl stehen hat. Auf dem Spiegeltisch der wohl nicht viel jünger ist, findet sich das Werkzeug des jungen Mannes. Schere, Messer und eine Haarschneidemaschine die auch schon bessere Tage erlebt hat. Würde man auf westliche Standards beharren, dann würde man seinen Laden niemals betreten.
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Albanien: So kommen Menschen zusammen
Polaroid, Zigaretten und Schnaps. Die ideale Mischung um Menschen kennen zu lernen. Georg, mein Begleiter und Fotograf hat einfach ein Polaroid-Foto unseres neuen Freund verschenkt. Das brachte uns ins Gespräch.
Es kommt ja nicht täglich vor, dass man ein Foto geschenkt bekommt. Es werden Witze gerissen und man kommuniziert ob der fehlenden gemeinsamen Sprache mit Händen und Füßen. Jamal heißt unser neuer Freund und ein deutsches Wort versteht auch er ganz gut: Schnaps.
Schnell ist mein Marillen-Abfindungsbrand, ohne den würde ich nie gegen Süden fahren, gezückt und ein erstes Glas eingeschenkt. Das lässt Jamal nicht auf sich sitzen. Er bringt seinen eigenen, selbstgebrannten Schnaps in einer Plastik-Wasserflasche. Kostproben werden verteilt und gleichzeitig zeigt er stolz auf seine Birnenbäume im Garten. Die obligatorischen Essiggurken, aus eigenen Anbau wie er uns versichert, hat er auch dabei. Nach ein paar Runden Schnaps und ein paar Zigaretten, am Balkan werde auch ich zum Raucher, wird Jamal gesprächig.
Er habe in Deutschland gearbeitet, erzählt er in gebrochenen Deutsch. Karlsruhe, Frankfurt, was genau, konnte er uns aber nicht erklären. Dafür erzählte er stolz, dass er bis vor Kurzem noch als Wärter auf der Festungsruine von Shkodra, an dessen Fuß er wohnt, gearbeitet habe. Vor vier Jahren ging er in Pension. Seitdem betreibt er einen Parkplatz am Fuß des Festungsberges.
100 Lek, umgerechnet 73 Eurocent, kostet das Parken. Eigentlich eine Deppensteuer, denn 200 Meter weiter bergauf, direkt am Eingangstor der Ruine, kostet der Parkplatz nichts. Das war es uns aber trotzdem wert. Sonst hätten wir Jamal, unseren albanischen Trinkkumpanen, wohl nicht kennen gelernt.
Fotocredit: Georg Wallner
Es geht wieder Richtung Süden.
Am Sonntag abend werde ich wieder ins Gaspedal treten und Richtung Süden fahren. Es geht diesmal Richtung Albanien. Leider wird es aber nur eine kurze Reise sein.
Zwei Tage werde ich im Auto verbringen, nur zwei Tage Aufenthalt in der spannenden Stadt Shkoder sind geplant. Am Donnerstag Abend bin ich wieder zurück, sofern beim geliebter Bus und die Straßenverhältnisse mitspielen.
Sofern ich online gehen kann, werde ich euch hier im Blog aber auch auf Facebook informiert halten.




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