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Romantische Gefängnisstimmung in der Vorklinik

Florian, (Geografie und Mathe Lehramt), unterhält die mit seiner Mundharmonika. Irgendwie fühlt man sich in den Süden der USA versetzt.

Die Stunde der Wahrheit kommt bald. Das Plenum war für 20:00 angesetzt. Noch sind nicht viele Menschen im Saal.

Korrektur um 20:21: Es ist kein 20 Uhr Plenum angesetzt. Die einzelnen Gruppen arbeiten noch.

18:00 Prof. Christian Fleck stellt sich dem Plenum

Prof. Fleck, Foto: Michael Neumayr

In der Grazer Vorklinik solidarisieren sich zahlreiche Angehörige der Universität mit dem Studenten. Prof. Christian Fleck der Soziologie diskutiert sachlich mit Studenten über realistische Ziele, ideologische Forderungen und den Fokus auf das Lokale. “In Graz können Sie nicht die ganze Welt ändern,” erklärt Fleck. Lokale Forderungen seien aber durchsetzbar. Man komme damit nicht in die Zeitung, man würde aber etwas erreichen, so Fleck. “Die Mehrheit der Professoren ist konservativ. Im österreichischen Bildungssystem herrscht quasi konservativ-klerikaler Stalinismus,” behauptet Fleck.

Vorlesung im Grünen

Vorlesung. Foto: Michael Neumayr

Die heute Nachmittag verschobene Vorlesung der Psychologie wurde im Park vor der Vorklinik abgehalten.

Vorlesungen werden verschoben

Vorlesung verschoben. Foto: Michael Neumayr

Eine Hörsaalbesetzung hat auch seine Nachteile. Zahlreiche verlorene Studenten wurden mit Aushängen wie diesem konfrontiert. Vorlesungen die eigentlich in der Vorklinik stattfinden sollten mussten sowohl geografisch als auch zeitlich verschoben werden. Chaos ist jedoch noch keines entstanden.

Security: “Durchsetzen müssten sie sich.”

Ein kurzes Gespräch mit dem einsamen Security Mitarbeiter in der Grazer Vorklinik birgt so manche Überraschung. “Es ist eh gut was sie machen, durchsetzen müssten sie sich nur.”

Er selbst sei nur sehr kurzfristig hierherberufen worden. Um sieben Uhr früh habe man ihm Bescheid gesagt. Um acht sollte er hier sein. Die Besetzer seien “eh ganz brav”. Solange sie keinen Müll machen würden, sei er zufrieden. Selbst ein Kaffee sei ihm schon vorbei gebracht worden, so der Security Mitarbeiter, der gegenüber Nachrichtenfluss seinen Namen nicht nannte.

Warum nehmen Studenten an Protesten teil?

kleine Zeitung. Foto: Michael Neumayr

Wie die klassischen Medien, im Bild “Kleine Zeitung online” hat auch Nachrichtenfluss wieder vier Protestteilnehmer gefragt warum sie überhaupt hier sind.

Magdalena, Schülerin aus Bruck

Phillipp, JUS-Student

Franziska, Prädagogik-Studentin

Martin, JUS-Student

14:00 Die Versammlung ist zu Ende

Der Hörsaal leert sich. Angeblich starten in Kürze Diskussionsgruppen. Man sehen wie viele dann noch da sind.

13:45 Unklarheit über Ansprechpartner.

Wissenschaftsminister Gio Hahn wird nach Brüssel gehen. Nun herrscht unter den Protestierenden Unklarheit wer der Nachfolger ist.

13:30 Graz: Rektorat meldet sich zu Wort

Vize-Rektor. Foto: Michael Neumayr

Das Rektorat der UNI Graz hat Redezeit in der besetzten Vorklinik beantragt und selbstverständlich bekommen. Vizerektor Polaschek hat sich für den geordneten Protest bedankt. Außerdem stellte er sich Fragen.

Grundsätzlich scheint das Rektorat dem Protest wohlwollend gegenüberzusein. Infrastruktur wie Strom, Internet, Wasser wird nicht abgedreht. “Das ist keine Diskussion für uns,” heißt es aus dem Rektorat. Das Rektorat sei für eine Politik des Miteinander.

Ein fehlendes Funkmikrophon wird seitens des Rektorats zugesagt. Es gibt ein klares Entgegenkommen der Uni-Führung. Polaschek ist bereit mitzudiskutieren. “Es macht aber wenig Sinn mitzuprotestieren,” so Polaschek.

13:00 Spontaner Redner: Prof. Angermann

Prof. Angermann der Soziologie hat eigentlich nichts zu lachen. Seine Vorlesung ist die erste, die in Graz aufgrund der Besetzung ausfällt.

Prof. Angermann. Foto: Michael Neumayr

Trotzdem tritt er ans Rednerpult und erklärt sich solidarisch mit den Besetzern. Er bespricht die Forderungen und erklärt warum auch er diesen Protest trägt. Er fordert aber eine Internationalisierung um die Ziele durchsetzen zu können.

Zu Thema Studiengebühren: Angermann habe selbst Studiengebühren gezahlt und danach freien Zugang gehabt. Die Erfahrungen ohne Studiengebühren seien aber nicht nur positv. Außerdem appelliert Angermann daran, dass die Forderungen nicht ins unendliche wachsen um sie besser kommunizieren zu können.

“In diesem Sinne. Gutes Gelingen. Ich hoffe, Sie können etwas bewegen,” so Angermann.

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