In der Grazer Vorklinik solidarisieren sich zahlreiche Angehörige der Universität mit dem Studenten. Prof. Christian Fleck der Soziologie diskutiert sachlich mit Studenten über realistische Ziele, ideologische Forderungen und den Fokus auf das Lokale. “In Graz können Sie nicht die ganze Welt ändern,” erklärt Fleck. Lokale Forderungen seien aber durchsetzbar. Man komme damit nicht in die Zeitung, man würde aber etwas erreichen, so Fleck. “Die Mehrheit der Professoren ist konservativ. Im österreichischen Bildungssystem herrscht quasi konservativ-klerikaler Stalinismus,” behauptet Fleck.
Ich verstehe das nicht. Da will man protestieren aber schön anonym bleiben. Immer wieder werde ich aufgefordert von Leuten keine Fotos zu machen.
Wenn ich schon protestiere, dann mit offenem Visier. Ich verstehe, viele fürchten Repressionen. Aber nach der Solidaritätsbekundung von Rekorat und zahlreichen Seiten ist es noch fragwürdiger. Wie glaubwürdig ist ein protestierender Student von dem man nicht wissen soll, dass er protestiert?
Eine Hörsaalbesetzung hat auch seine Nachteile. Zahlreiche verlorene Studenten wurden mit Aushängen wie diesem konfrontiert. Vorlesungen die eigentlich in der Vorklinik stattfinden sollten mussten sowohl geografisch als auch zeitlich verschoben werden. Chaos ist jedoch noch keines entstanden.
Ein kurzes Gespräch mit dem einsamen Security Mitarbeiter in der Grazer Vorklinik birgt so manche Überraschung. “Es ist eh gut was sie machen, durchsetzen müssten sie sich nur.”
Er selbst sei nur sehr kurzfristig hierherberufen worden. Um sieben Uhr früh habe man ihm Bescheid gesagt. Um acht sollte er hier sein. Die Besetzer seien “eh ganz brav”. Solange sie keinen Müll machen würden, sei er zufrieden. Selbst ein Kaffee sei ihm schon vorbei gebracht worden, so der Security Mitarbeiter, der gegenüber Nachrichtenfluss seinen Namen nicht nannte.
Wie die klassischen Medien, im Bild “Kleine Zeitung online” hat auch Nachrichtenfluss wieder vier Protestteilnehmer gefragt warum sie überhaupt hier sind.