Etwas versteckt, zwei Straßen von den Touristenströmen entfernt, liegt die Artienbrauerei Sarajevo (sic!) deren Bier „Sarajevsko Pivo“ im ganzen Land bekannt ist. Wie es sich gehört, befindet sich dort auch das Bräustüberl „Sarajevsko Pivnica“, dessen Einrichtung sowohl von österreichischen als auch amerikanischen Bierlokalen inspiriert scheint.
Viele Gäste verirren sich nicht hierher und wenn, dann sind es vor allem ausländische Touristen die sich hier ein kaltes Bier bestellen. Das erkennt man sowohl an der Sprache, die von den Nachbartischen wie das Kauderwelsch von Babylon ins Ohr geht, als auch an den gezückten Kameras, die so schussbereit am Tisch liegen wie im Wilden Westen die Kanonen. Dass sich kein Einheimischer ins Restaurant der Brauerei verirrt mag an der ungünstigen Lage liegen oder am Ramadan, der vielen, auch weniger religiösen Bosniaken, auf Alkohol verzichten lässt. Aber höchstwahrscheinlich liegt es doch an den Preisen. Diese orientieren sich nämlich weniger an Bosnische und mehr an Europäische Standards. Das große Bier kostet mit fünf Mark (2,5 Euro) verhältnismäßig viel und ein Wiener Schnitzel, zwar untypisch für Bosnien aber dafür umso typischer für ein Bräustüberl, kostet gar zwanzig Mark (zehn Euro). Ein Preis den sich wohl kaum ein Einheimischer leisten kann. Deshalb also sprach mich der Kellner sofort auf Englisch an.




















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