Blogparade: Für Content ins kalte Wasser springen

Mirko Lange stellt in einer Blogparade die Frage: “Geiler Content – aber wie geht das?”. Das ist wohl eine Frage, die sich viele Blogger, PR-Leute und auch Journalisten stellen. Und es gibt tausende Antworten dafür und wahrscheinlich ist jede richtig. Warum? Weil jeder Leser, jede Zielgruppe und jedes Unternehmen unterschiedlich ist.

Es gibt Unternehmen die sich mit attraktiven Themen leicht tun, weil ihnen die Themen einfach zufliegen. Das wäre ein Katzenzüchter zum Beispiel, weil Katzencontent immer zieht. Aber es sind auch Unternehmen der großen Consumer-Bereiche, die ein gewisses Lebensgefühl transportieren können. Auf die Schnelle fallen mir hier, nicht ganz objektiv, Stiegl und Hornig ein. Die eine Marke steht für Bier, die andere für Kaffee. Da geht jede Menge leicht verdauliche Emotion mit.

Aber im Grunde kann man das auf jedes Unternehmen umlegen. Sei es eine Supermarkt-Kette, der sich besonders um lokale Marken im Sortiment bemüht, eine Service/Lobbying-Organisation, die sich auf die Internationalisierung der Wirtschaft konzentriert,  eine Zeitung sich die als Sprachrohr einer bestimmten Gesellschaftsgruppe sieht oder ein kleiner Tischler, der coole Möbel baut. In jedem Unternehmen, jeder Organisation und jedem Hobby findet sich eine Vielzahl an Geschichten die es wert ist zu schreiben. Man muss nur offen damit umgehen und sich auch tatsächlich hinsetzen und sie formulieren.

Content funktioniert aber nur, wenn auch tatsächlich Leidenschaft dabei ist. Ich merke es zum Beispiel an der “Zeitenblicke”-Serie, die ich gemeinsam mit Klaus Krainer in der “Steirischen Wirtschaft” schreibe. In einer elf-teiligen Serie haben wir uns sehr intensiv und wissenschaftlich begleitet mit 100 Jahren Wirtschaftsgeschichte in der Steiermark beschäftigt. Keine kleine Aufgabe, besonders wenn man bedenkt, dass wir in diesen fast drei Monaten auch unsere anderen Aufgaben in der Zeitung zu betreuen hatten. Aber, und genau hier ist der Knackpunkt, es hat uns Spass gemacht und das haben die Leser auch gemerkt. Das zeigen die zahlreichen positiven Rückmeldungen die wir bekommen.

Leidenschaft ist King – niemand kann über alles schreiben
Robert Basic hat damit Recht, wenn er schreibt, dass man als Blogger einfach mit Herzblut dabei sein soll. Das gilt aber für jeden der schreibt und da sitzen Journalisten und Blogger in einem Boot. Primär sollte es bei Content also um die Leidenschaft um eben diesen gehen und erst in zweiter Linie um Leserzahlen. In einer Welt die von Zahlen regiert ist, lässt sich das aber schwer verkaufen. Doch Glaubwürdigkeit lässt sich nicht mit Zahlen festnageln.

Das werden jetzt manche Agenturen nicht gerne hören: Guten Content gibt es nicht von der Stange. Ich betreibe selbst einen corporate Blog. Und als externer Schreiber ist das gar nicht so einfach. Zum Glück habe ich bisher immer gute Hinweise auf Geschichten direkt vom Auftraggeber bekommen. Und da kann ich Uwe Baltner Recht geben. Wenn sich das Unternehmen und der Auftraggeber nicht öffnen will, dann kann man gleich wieder einpacken. Das gelingt manchen mehr und ganz vielen weniger. So hatte ich zum Beispiel die Gelegenheit mich direkt mit der Thematik, es geht um Wein – ich weiß dankbares Thema -, einzulassen. Ohne direkt in die Geschichte einzutauchen und vor Ort zu recherchieren kann man nämlich keinen guten Content liefern. Das gilt für den Journalismus und das gilt noch viel mehr für Blogger. Ein Reiseblogger der nicht reist, ein Weinblogger der nicht trinkt und ein Gadget-Blogger der diese “Wischhandys” (quote Johanna) nicht mag kann doch nur unglaubwürdig sein. Deshalb liebe Auftraggeber potenzieller Corporate Blogs, lasst euch ja nicht einreden, dass eure Agenturen über alles schreiben können. Können sie nämlich nicht. Schon gar nicht, wenn sie das von einem fernen Büro aus machen, ohne auch nur einen Zehen ins kalte Wasser des Themas zu stecken. Man muss schon einen Köpfler vom Drei-Meter-Brett machen um irgendwie Meter zu gewinnen. (Und, bitte lasst euch nicht das Gegenteil einreden, das kostet natürlich Zeit und Geld.)

Heiko Stein bringt es auf den Punkt. Er sagt: “Guter Content ist eine Chance, keine Garantie.” Denn im Endeffekt entscheidet der Leser wie glaubwürdig und damit gut der Content ist. Wer das übrigens lernen will, also das mit dem geilen Content, sollte sich diesen Studiengang anschauen.

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Wall of shame – die Kopierredaktionen dieses Landes

Shame on you - Wiener Zeitung.

Shame on you – Wiener Zeitung.

Ich bin einer der letzten, der normalerweise den Ablauf in Redaktionen kritisiert. Ich weiß wie stressig der Job in einer Onlineredaktion sein kann und auch in den gedruckten Tageszeitungen ist nicht jede Geschichte recherchiert. Viele Geschichten werden einfach von der Nachrichtenagentur übernommen. Das ist ganz normal und dafür sind Nachrichtenagenturen leider

Shame on you - Wirtschaftsblatt.

Shame on you – Wirtschaftsblatt.

auch da.

Trotzdem habe ich mich heute geärgert. Denn offensichtlich werden die Meldungen nicht einmal durchgelesen. Oder sie werden von monkeys (if you pay peanuts… ) gegengelesen.

In einer APA Meldung kursiert der

Shame on you - Kleine Zeitung

Shame on you – Kleine Zeitung

Vorschlag, dass Arnold Schwarzenegger amerikanischer Botschafter in Moskau werden könnte. Soweit so gut. Eine typische APA-Meldung. Fälschlicherweise wird in dieser Meldung behauptet, dass Schwarzenegger bis 2001 Gouverneur von Kalifornien war. Es ist ein Tippfehler, denn er bekleidete dieses Amt bis 2011. Das kann passieren und ist

Shame on you - Kronenzeitung

Shame on you – Kronenzeitung

keine Tragödie. Auch APA-Redakteure machen Fehler.

Aber wenn von sieben überprüften Redaktionen nur eine den Fehler findet, dann zeigt uns das, dass etwas schief rennt im Journalismus. Denn anders kann ich mir nicht erklären, dass fast die gesamte österreichische Medienwelt

Shame on you - Salzburger Nachrichten

Shame on you – Salzburger Nachrichten

glaubt, dass Arnold Schwarzenegger bis 2001 Gouverneur in Kalifornien war. Entschuldigung aber, wenn man die Jahre nicht im Kopf hat ist das ok, aber sich gleich geschlossen um ein ganzes Jahrzehnt zu irren, das ist peinlich. Wenn auch irgendjemand glaubt, mit dieser Art von Onlinejournalismus irgendwie, irgendwann Geld verdienen zu können,

Shame on you - Der Standard

Shame on you – Der Standard

dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Das ist wie mit den Affen die man kriegt, wenn man Peanuts zahlt. Von Lesern denen mal solchen Mist serviert kann man nicht erwarten bezahlt zu werden. Zum schämen ist das.

Nur "Die Presse" hat den Fehler gefunden.

Nur “Die Presse” hat den Fehler gefunden.

Nur eine Redaktion ist zur Rettung der Ehre ausgerückt. Die Presse hat den Fehler gefunden. Die Formulierungen wurden kopiert, die Jahreszahl aber zum Glück ausgebessert. Kann aber leicht sein, dass sie nur als ersten einen Leserhinweis bekommen haben.

Nachtrag: Zu meinem Schrecken hat die “Österreich”-Redaktion auch den Fehler vermieden. Sie haben die Jahreszahl gleich weggelassen, als sie die Meldung in ihre übliche Trash-Sprache übersetzt haben. Immer noch besser als einfach zu kopieren. Unglaublich, dass ich einmal “Österreich” loben muss.

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Die Vorbereitung einer Reise

Mich zieht es wieder auf die Straße, dort wo die Geschichten liegen. Deshalb gehe ich über Pfingsten auf eine Recherchereise. Gemeinsam mit einem befreundeten Fotografen werde ich ein fremdes Land besuchen und zwei, für mich sehr zentrale, Fragen versuchen zu beantworten. Worum es genau geht will ich noch nicht verraten. Aber: Es wird, wenn alles gut geht zwei Geschichten auf dem Blog darüber geben.

Nur so viel ist gesagt. Ich gehe in gewisser Weise zu meinen Wurzeln zurück. Eine Wurzel liegt im Jahr 2002, eine weitere im Jahr 2012 und die dritte im Jahr 2013.

Kommende Woche werde ich euch hoffentlich schon aufklären können. Bis dahin müsst ihr euch aber noch gedulden.

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Antifaschismus findet nicht nur auf der Straße statt

Vergangene Woche hat mein Ironblogger-Kollege Fuchsy einen Artikel unter dem Titel „Antifaschismus nicht nur Linken überlassen“ geschrieben. Leider hat er die Kommentarfunktion gesperrt und so muss ich wohl über einen Blogpost meinen Senf dazu abgeben. In seinem Artikel entsteht nämlich der Eindruck, dass Antifaschismus nur auf der Straße passieren kann. Und da will ich ihm, ja muss ich ihm einfach widersprechen.

Nur weil ich Austria-Salzburg-Fan bin, bin ich noch lange kein Hooligan.

Nur weil ich Austria-Salzburg-Fan bin, bin ich noch lange kein Hooligan.

Auch ich habe schon gegen „Rechte“ demonstriert. Und Extremismus, egal von welcher Seite, schweigend zu akzeptieren ist für mich keine Option. Nur leider wird das Bild „auf der Straße“ immer einseitiger. Gegendemonstranten fallen nur zu leicht auf die Provokationen der Rechten herein. Und dass es nur einige wenige sind, ist im Grunde egal. Genauso wie man als „Austria Salzburg“ Fan, zu denen ich mich zähle, schnell einmal zum Anhänger eines Hooligan-Clubs wird, fällt einem Demonstranten nun leider schnell einmal die Krawallmacher-Karte zu.

Antifaschistische Demonstranten lassen sich heutzutage sehr schnell provozieren. Dabei merken diese, entschuldigung ich muss es sagen, Trotteln gar nicht, dass sie, indem sie schon auf die einfachste Provokation völlig überzogen antworten, der extremen Rechten überhaupt erst eine Plattform bieten. Das ist doch genau das was die sehen wollen. Ein paar Mistkübel die brennen, ein paar Schlägereien und die Sympathien liegen genau dort wo sie eigentlich nicht liegen sollten.

Das Problem, das ich sehe, ist doch im Grunde, dass diese Trotteln, und nichts anderes sind diese Krawallmacher, einen friedlichen Protest gar nicht mehr zulassen. Jede Lichterkette wird von diesen Leuten zur Straßenschlacht gemacht. Natürlich spielt die Polizei da auch eine gewisse Rolle und sie agiert wohl nicht gerade ideal. Ihr aber die alleinige Schuld zuzuweisen finde ich nicht richtig.


(So eine Aktion scheinen heute sehr schwierig zu sein, weil schnell wieder einige Leute versuchen ein paar Köpfe einzuschlagen.)

Auch einen Gedenkdienst zu leisten und viel darüber zu sprechen ist Antifaschismus. Hier, im Florida Holocaust Museum, war mein "antifaschistischer" Arbeitsplatz.

Auch einen Gedenkdienst zu leisten und viel darüber zu sprechen ist Antifaschismus. Hier, im Florida Holocaust Museum, war mein “antifaschistischer” Arbeitsplatz.

Also verlagert sich die Antifaschisten, die nicht unbedingt auf Schlägerbanden stehen, auf andere Ebenen. Auf intellektuelle Diskussionen. Auf symbolische Aktionen, die sehr wichtig sind und leider immer wieder zerstört werden. Auf politisches Lobbying, etwa wenn es um das Haus der Verantwortung in Braunau geht. Sie leisten Gedenkdienst und bemühen sich um einen Dialog mit den letzten verbliebenen Zeitzeugen. Sie arbeiten daran bei ihrem Bekannten und Freundeskreis Überzeugungsarbeit zu leisten und wirken so dem Vergessen entgegen. Diese Leute finden sich aber kaum auf der Straße, wenn die Rechten wieder einmal marschieren. Warum nicht? Weil sie sich nicht zum Handlanger jener machen wollen, gegen die sie auftreten. Nämlich genau das passiert gerade mit jeder Gegendemonstration. Wäre die Demonstration der Identitären friedlich verlaufen, was ja ihr demokratisches Recht ist, wäre wohl nicht in dem Ausmaß darüber berichtet worden. So wollte man diese Demo um jeden Preis verhindern, schlug sich daher die Köpfe ein und hat so den Nazis erst eine Plattform geboten. Mit fällt dazu immer ein Video ein, das ich aus Deutschland kenne.

Was passiert in dem Video? Die Neonazis reagieren dumm auf die Provokation der Antifa und holen die Baseballschläger raus. Wer sind die Guten in dem Video? Genau, die Antifa die friedlich bleibt. Hätten die Neonazis kühl reagiert, das Video hätte heute wahrscheinlich 500 Views, so sind die 500.000. Diese Strategie haben sich die Identitären zunutze gemacht und den Spieß umgedreht. Heute sind die Antifaschisten die, die sich provozieren lassen. Toll gemacht. Und das ist ein Mitgrund warum ich nicht mehr auf solche Demonstrationen gehe. Weil ich nicht zum Handlanger jeder werden will, denen man eigentlich entgegentreten sollte. Das geht zum Glück auch auf einer intellektuell vernünftigeren Ebene. Dazu muss man aber erst erkennen, dass Antifaschismus nicht unbedingt auf der Straße stattfindet, sondern es bessere Möglichkeiten gibt.

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Bosnien geht unter

Ihr wisst alle, dass Bosnien und Herzegowina ein Land ist das mir sehr am Herzen liegt. Nicht nur weil ich dort ein Jahr lang gearbeitet habe, sondern ich die Leute, die trotz ihrer verzweifelten Lage immer freundlich zu mir waren, sehr schätze.

Dieser Tage ist Bosnien noch einmal ein ordentliches Stück verzweifelter geworden. Die größte Flutkatastrophe seit über hundert Jahren hat fast zwei Drittel des Landes unter Wasser gesetzt. Stöbert man auf Youtube ein wenig, findet man dramatische Bilder. Von Brücken, die weggeschwemmt werden, oder von dramatischen Evakuierungen mit dem Hubschrauber.

Hier der Einsatz eines bosnischen Armee-Hubschraubers:

Hier kracht eine weggespülte Brücke auf eine andere:

Hier eine Bilderserie zum Hochwasser in Bosnien und Serbien:

Diese Brücke wäre bei dieser Lage in Österreich schon längst gesperrt:

Und noch mehr Eindrücke:

Ich habe selbst als freiwilliger Feuerwehrmann schon so manche Hochwasser, darunter auch das Jahrhunderthochwasser von 2002 und das Hochwasser vergangenes Jahr, erlebt. Selbst in einem hoch entwickelten Land wie Österreich ist das das reinste Chaos. Einsatztaktisch sind solche Ereignisse nur sehr schwer zu bewältigen. Nicht nur weil viel Einsätze auf einmal kommen (vergangenes Jahr etwa 70 Einsätze in 24 Stunden, allein bei meiner kleinen Feuerwehr mit drei Fahrzeugen), auch weil alle Kommunikationsmöglichkeiten fehlschlagen. Der Funk ist überlastet, die Handynetze auch, und wenn man mit dem Handy durchkommt, dann geht irgendwann der Akku aus.

So beschaulich sind die Bosnischen Flüsse derzeit leider nicht.

So beschaulich sind die Bosnischen Flüsse derzeit leider nicht.

In Bosnien muss die Lage noch viel dramatischer sein. Auch weil es, gerade am Land, kaum eine funktionierende Feuerwehr gibt. Koordinierte Hilfe ist so unmöglich. Hinzu kommt, dass der Schaden in Bosnien zwar nominell wahrscheinlich geringer ausfällt, als vielleicht in Österreich, oder wenn in den USA ein Hurricane zuschlägt. Faktisch ist der Schaden aber viel größer. Erstens weil es nicht so viele Versicherungen gibt und zweitens, weil das ohnehin unglaublich zarte Pflänzchen an wirtschaftlichen Wohlstand jetzt endgültig hinuntergespült wird. Was dort zerstört wird, wird sehr lange Zeit zerstört bleiben. Das gilt auch in Serbien, wo das Hochwasser auch zahlreiche Tote gefordert hat und auch ein Kohlebergwerk überflutet hat.

Pazi! Mine!
Hinzu kommt eine ganz praktische Gefahr, über die ich schon einmal ausführlich geschrieben habe. Es sind die Landminen, die in Bosnien weite Teile des Landes verseuchen. Mit jedem stärkeren Regen und jedem Erdrutsch, und solche gab es jetzt viele in Bosnien, verändert sich die Lage der Minenfelder. Und zwar so dramatisch, dass man nicht mehr sagen kann, wo die Minen liegen. Manche befürchten, dass die Minen über die Donau bis ins Schwarze Meer gespült werden könnten.

Das ist eine Gefahr, der sich hoffentlich auch die österreichischen Einsatzkräfte, die inzwischen nach Bosnien geeilt sind, bewusst sind. Denn gerade stark verminte Gegenden, dort wo früher die Front im Bürgerkrieg lag, sind vom Hochwasser betroffen. Nichts desto trotz ist es wichtig, dass Österreich hilft. Gerade heuer, 100 Jahre nach dem Attentat von Sarajevo, muss uns bewusst sein, dass die nachbarschaftliche Hilfe in Bosnien ein wichtiger Weg ist, der Region nachhaltig zu helfen.

 

Mit solchen Hubschraubern ist der Österreichische Bundesheer im Einsatz.

Mit solchen Hubschraubern ist der Österreichische Bundesheer im Einsatz.

Österreichische Hilfe
Neben zahlreichen serbischen und bosnischen Vereinen, die in Österreich Sachspenden sammeln, sind vor Ort auch österreichische Feuerwehrmänner und das Österreichische Rote Kreuz aktiv. Im Rahmen der EUFOR fliegen auch Hubschrauber des Österreichischen Bundesheeres Rettunseinsätze.

Wer spenden will, sollte das auch tun. Hier die entsprechende Spendeninformation des Roten Kreuzes:

IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144 BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort Überflutungen Südosteuropa

Oder Online: http://spende.roteskreuz.at

 

 

Ein falsches Gerücht.

Ein falsches Gerücht.

Nachtrag: 

Derzeit macht dieses Bild auf Facebook die Runde. Österreich soll 250 Soldaten in militärischen Fahrzeugen nach Bosnien schicken. 12 Tonnen Lebensmittel, 4000 Matratzen, 5000 Decken, 6000 Paar Schuhe, 17000 Kleidungsstücke, 4 Tonnen Babynahrung und 15000 Babyartikel sollen sie geladen haben. Außerdem sollen 90 Bagger und 150 LKW aus Österreich unterwegs sein. Das stimmt natürlich nicht und schürt nur falsche Hoffnungen. Auch dass UHBP Heinz Fischer 250 Millionen Euro an Hilfsgelder nach Bosnien schickt ist einfach falsch.

 

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Unser Zeichen ist rund, rotes Kreuz auf weißem Grund

Auf in den Nachtdienst.

Auf in den Nachtdienst.

Im weltweiten Netz läuft gerade eine internationale Social-Media- und Blog-Parade unter dem Titel #myredcross. Anlass dafür war der 8. Mai, der internationale Rotkreuz-Tag. Für mich Grund genug auch ein paar Zeilen zu verfassen. Dass eine Facebook- oder Twitter-Meldung nicht reichen wird, war von Anfang an klar. Immerhin bin ich seit 2006 beim Roten Kreuz ehrenamtlich tätig und obwohl meine Dienstfrequenz in den vergangenen Jahren abgenommen hat, mit dem Rotkreuz-Gedanken kann ich mich immer noch voll und ganz identifizieren.

50603506 – eigentlich bin ich ja kein großes Talent wenn es darum geht sich Nummern zu merken. Ich kenne keine Telefonnummern mehr. Wenn es um Hausnummern und Adressen geht, muss ich drei Mal nachschauen. Ich kenne weder meine Sozialversicherungsnummer, mein Bankkonto noch die Handynummer meiner Freundin auswendig und bin froh, dass ich mir den Pin meiner Bankomatkarte merken kann. Doch diese eine Nummer – 50603506 – die kenne ich im Schlaf. Es ist meine Dienstnummer beim Roten Kreuz.

In Graz natürlich.

In Graz natürlich.

Jetzt mag so eine Nummer nicht viel aussagen. Trotzdem zeigt sie mir, welch wichtigen Teil das Rote Kreuz in meinem Leben eingenommen hat. Dabei hat alles aus einem Verlegenheit heraus begonnen. Denn im Gegensatz zu den meisten männlichen Freiwilligen war ich weder Zivildiener beim Roten Kreuz noch Bundesheersanitäter. Das wären so die klassischen Freiwilligen-Karrieren. Ich war – obwohl ich aus einer Rot-Kreuz-Familie stammt – als Jugendlicher immer bei der Freiwilligen Feuerwehr. Ich bin noch immer bei der Feuerwehr und wenn ich zufällig Zuhause in Salzburg bin und die Sirene heult, kann man gar nicht so schnell schauen stehe ich schon im Feuerwehrhaus.

Als mich aber dann mein Studium nach Graz geführt hat stand ich vor einem Dilemma. Damals, man schrieb das Jahr 2005, gab es nämlich in Graz noch keine Freiwillige Feuerwehr. Und so ganz ohne Ehrenamt das Dasein zu fristen, das kam nun wirklich nicht in Frage. So bin ich also als verhinderter Feuerwehrmann, mehr oder weniger freiwillig, beim Grazer Roten Kreuz in der Donnerstag-Nacht-Gruppe gelandet. Und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Da ist natürlich einmal die Möglichkeit anderen zu helfen. Nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Fähigkeit bekommt man beim Roten Kreuz. Allein der Gedanke im Notfall zu wissen, was zu tun ist, ist schon viel wert. Dazu kommt das Wissen, mit der eigenen Freizeit etwas sinnvolles anzufangen.

Wenn man einmal so eine Foto-Love-Story zum Geburtstag bekommt, dann ist klar, wo die Prioritäten liegen.

Wenn man einmal so eine Foto-Love-Story zum Geburtstag bekommt, dann ist klar, wo die Prioritäten liegen.

Die Stadt aus einem anderen Blickwinkel
Man lernt außerdem eine Stadt wie Graz durch den Dienst beim Roten Kreuz ganz anders kennen. Immerhin bin ich gerade erst an die Murmetropole gezogen. Gerade für mich als Journalist war das ein unheimlich gutes Training. Nicht nur weil man sich oft mit wildfremden Patienten unterhalten muss und man dadurch fast automatisch ein Interviewtraining bekommt. Auch der Blick über den Tellerrand hat mir für meinen Beruf wahnsinnig geholfen. Welcher Student bewegt sich schon regelmäßig in allen sozialen Schichten, von der Messie-Wohnung bis zur Ruckerlberg-Villa. Wer kann sich schon mit Menschen aus allen möglichen Hintergründen, von der Opernsängerin bis zum Asylwerber der morgen abgeschoben wird, unterhalten? Ein Sanitäter, ob freiwillig, Zivildiener oder hauptberuflich, macht das, als ob es selbstverständlich wäre.

Aber auch sonst lernt man eine Stadt als Rotkreuz-Sanitäter mit ganz anderen Augen zu sehen. Erstens, weil das geschulte Auge eine Notsituation viel schneller erkennt als ein Laie. Kann man sich das vorstellen? Bevor ich beim Roten Kreuz angefangen habe, hatte ich noch nie den Notruf gewählt. Inzwischen kommt das sicher alle paar Monate vor. Nicht dass ich das Unglück magisch anziehen würde, aber es fällt einem viel schneller auf. Da kollabiert einmal eine Person in der Straßenbahn, oder da liegt eine Alkoholleiche herum oder wenn es ein Kind ist, das einfach gegen eine Straßenlaterne rennt, man sieht die Dinge anders und weiß sie schneller einzuordnen. Und zweitens. An jeder Straßenecke ist eine Geschichte die man im Rettungsdienst erlebt hat. Und so wurde Graz, eine zu Beginn mir fremde Stadt, mit jedem Nachtdienst ein Stückchen mehr zu meiner Stadt.

Für zwölf Stunden mein Zuhause.

Für zwölf Stunden mein Zuhause.

Hauptbenefit Freundschaften
Und als I-Tüpfelchen oben drauf kommen noch die ganzen Freundschaften, die durch das Rote Kreuz entstanden sind.Was sag ich da Goodiebag, eigentlich ist das, bei aller Liebe zum Menschen, der Hauptbenefit meiner Rotkreuz-Karriere. Da muss man verstehen, dass das Rote Kreuz in Graz etwas anders ist als in anderen Teilen Österreichs. Wir sind eine sehr studentisch geprägte Stadt. Das zeigt sich auch bei den rund 1000 Rotkreuz-Freiwilligen. Die Fluktuation ist studienbedingt relativ hoch. Studenten schließen ja früher oder später hoffentlich ein Studium ab und verlassen dadurch irgendwann die Stadt. So bin ich mit meinen mittlerweile acht Dienstjahren eher ein Oldie in der Dienstgruppe. Doch gerade das macht die Sache so spannend. Diese jugendliche Energie im Dienstbetrieb schafft eine ganz eigene Stimmung die ich nicht missen möchte. Besonders die Vielfalt der Meinungen innerhalb unserer Dienstgruppe und die zahlreichen verschiedenen Hintergründe haben dazu geführt, dass ich Menschen zu meinen Freunden zähle, die ich sonst nie kennen gelernt hätte. Nicht über das Studium, nicht über die ähnliche Meinung oder über das ähnliche Umfeld. Auch die Internationalität die ich beim Roten Kreuz erfahre ist spannend. Auf die Schnelle fallen mir neben Österreichern noch Deutsche, Perser, Polen, Italiener, Russen, Türken und sogar ein Mongole ein, der beim Roten Kreuz in Graz Dienst versehen. Bei allen Unterschieden haben wir nämlich eine Gemeinsamkeit. Wir setzen uns am Donnerstag in der Nacht für zwölf Stunden in ein Auto und fahren, manchmal mit Blaulicht, durch die Stadt, helfen Menschen und verbringen einfach eine tolle Zeit miteinander.

Uns alle verbinden auch die Rotkreuz-Grundsätze. Zur Erinnerung: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Quasi eines der ältesten Leitbilder der Welt. Und gerade wenn diese Grundsätze wanken, etwa wegen politischer Querschüsse aus Interessensvertretungen oder wegen „innenpolitischer“ Probleme innerhalb der Organisation, und die gibt es in jeder großen Organisation in regelmäßigen Abständen, sollten wir uns diese Grundsätze in Erinnerung rufen. Sie sind die Basis für unsere Arbeit.

Zwar hat meine Dienstfrequenz aus beruflichen Gründen deutlich abgenommen. Aber trotzdem freue ich mich auf jeden Dienst in dem ich meine Dienstnummer in das Display des Datenterminals drücke und im Protokoll vermerke. Ja ich mache so gern Dienst, dass ich sogar manchmal die Dienstnummern meiner Kollegen im Kopf behalte. Etwas was ich von den Schrankencodes in den verschiedenen Krankenhäusern leider nicht behaupten kann.

PS: Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass ich kein Foto von mir in Uniform habe. Sollte noch eines Auftauchen werde ich es natürlich posten.

Fotos: Markus Karlseder und Ruth Herrgesell

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Whisky aus Schottland

Die Arran Destillery.

Die Arran Destillery.

Wir haben natürlich nicht nur ein Weingut bei meiner Reise in den Norden besucht. Schottland ohne Whisky, das wäre wie die Südsteiermark ohne Wein. Deshalb führte kein Weg daran vorbei auch Destillerien zu besuchen.

Als ich vergangene Woche von meinem Besuch bei einem nordenglischen Weingut berichtet habe, wusste ich, dass ich eher ein exotisches Element gefunden habe. Ich wurde darauf angesprochen, warum ich denn nicht über den guten schottischen Whisky schreibe. Das will ich heute nachholen, denn beim Schottland-Urlaub gehört der eine oder andere Besuch einer Destillerie nun einmal dazu.

Johanna und ich haben zwei Destillerien besucht. Unsere erste Station war die Arran Destillery, eine relativ kleine Brennerei (1.000.000 Liter Whisky pro Jahr) auf der kleinen Isle Arran. Das besondere dort war, dass es die Destillerie erst seit 1995 gibt. Das führte dazu, dass die Führung sehr persönlich war. Man konnte jede Menge Fragen stellen und auch das Fotografieren war überhaupt kein Problem.

Bei der Arran Destillery war fotografieren kein Problem.

Bei der Arran Destillery war fotografieren kein Problem.

Anders bei unserer zweiten Station, der Talisker Destillery auf der Isle of Skye. Drei mal so groß wie die Arran Destillery merkt man schnell, bei Talisker läuft der Hase anders. Das Visitors Center ist groß und viel professioneller als auf Arran. Dafür sind die Gruppen für die Führungen größer. Fotografieren darf man in den Produktionsanlagen auch nicht. Dadurch wurde die Führung etwas unpersönlich. Was mich auch enttäuscht hat, war, dass ein Großteil der Produktion aus Platzgründen auf dem Festland stattfindet. Man merkt einfach, dass hinter Talisker ein großer Konzern steckt. Kein Wunder also, dass ein Teil des Whiskys auch in den großen Marken wie Johnny Walker verschwindet. Zwar produziert auch der Arran Destillery einen Blended Whisky, aber dadurch, dass die Arran Destillery unabhängig ist, wird man wohl diesen Whisky nicht mit den großen Marken verschneiden.

Zu Besuch bei Talisker.

Zu Besuch bei Talisker.

Arran und Talisker
Nichts desto trotz, die beiden Single Malts die ich probiert habe waren ausgezeichnet. So gut, dass ich sogar den Fehler gemacht habe direkt bei der Destillerie eine Flasche zu kaufen. Fehler deshalb, weil ich gemerkt habe, dass schottischer Whisky in Schottland deutlich teurer ist als in Österreich. Ich hätte mir also den Stress, den ich mit dem Gepäck und den Fluglinien hatte, sparen können. Trotzdem, ich habe den Whisky gern gekauft. Immerhin sind die Flaschen eine Erinnung an eine tolle Zeit in Schott land. Zum Whisky selbst: Der zehnjährige Arran Whisky war dabei deutlich milder als der zehn-jährige Talisker, der mir fast zu rauchig war.

Whisky ist übrigens ein nicht unbeträchtlicher Wirtschaftsfaktor in Schottland. Ein Großteil der Produktion wird exportiert und macht, nach dem Erdöl und Erdgas, wohl den wichtigsten Exportposten des vielleicht bald unabhängigen Landes aus.

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Wein aus dem Norden

Wein in Nordengland? Gibt’s nicht, gibt’s nicht. Einfaches ist es nicht und die Weine stecken definitiv noch in den Kinderschuhen.

Ich melde mich aus dem Urlaub zurück. Und da kann ich euch ein besonderes Schmankerl liefern. Ich war in Schottland und dem Klischee entsprechend habe ich natürlich auch schottischen Whisky kennen gelernt. Trotzdem hab ich es mir nicht nehmen lassen auch die „Weinkultur“ auf der britischen Insel zu erforschen. Mit den Erlebnissen von der südsteirischen Weinstraße ist das aber nicht zu vergleichen.

Das Weingut "Yorkshire Heart".

Das Weingut “Yorkshire Heart”.

Es gibt zwar auch zwei Weingüter in Schottland, diese produzieren aber noch nicht kommerziell. Deshalb hab ich den „Yorkshire Heart Vinyard“ in Nordengland besucht. Auf 2,5 Hektar wird ein roter und ein weißer Cuvee gekeltert. Die Bedingungen sprechen nicht unbedingt für die Region und trotzdem gibt es acht Weingüter in Yorkshire. Das kleine Weingut experimentiert auch sehr gerne und verfügt und zwei Kunststofftanks und mehrere kleine Stahltanks. Erste Rotweine werden auch schon in Eichenfässern gelagert.

Schwierige Bedingungen
Klimatisch kann es nicht einfach sein, Wein in Yorkshire zu produzieren. Das positive vorweg: Es hagelt nicht. Aber das war es schon. Der Boden ist lehmig, das Klima kalt und vor allem feucht. Dementsprechend kümmerlich sehen die Weinstöcke aus. Weinbäuerin Gillian Spakouskas erzählt wie schwierig der Weinbau ist: „Wir ernten sehr spät. Die letzten Trauben lesen wir erst Ende November. Deshalb ist der Frost auch ein großes Problem für uns.“

Chris und Gillian Spakouskas betreiben mit viel Leidenschaft ihr kleines exotisches Weingut.

Chris und Gillian Spakouskas betreiben mit viel Leidenschaft ihr kleines exotisches Weingut.

Im Weingarten befinden sich viele Weinsorten, meist junge Entwicklungen aus Deutschland, die extra für nordeuropäische Weingärten entwickelt wurden. Unter anderem finden sich Solaris-Weinstöcke. „Wir müssen verschiedene Weinsorten ausprobieren um herauszufinden was bei uns überhaupt wächst. Wir sind Pioniere in dieser Gegend und können nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen“, so Spakouskas. Deshalb entsteht im Weingut „Yorkshire Heart“ ein recht abenteuerlicher Cuvee, der im Endeffekt ob der schwierigen Bedingungen doch überrascht.

Solaris, eine der Sorten die auch in Yorkshire wachsen.

Solaris, eine der Sorten die auch in Yorkshire wachsen.

Infrastrukturell muss das Weingut aber noch nachholen. Es gibt kein wirkliches Gebäude. Die Tanks stehen in einer staubigen Lagerhalle, gemeinsam mit Maschinen und anderem Werkzeug. Das liegt auch an den absurden Baubestimmungen. In ungefähr drei Jahren soll sich das ändern. Bis dahin ist das Weingut noch eher ein Provisorium.

Mehrere Standbeine
Nur gut, dass die Familie Spakouskas auf mehrere Standbeine zurückgreifen kann. Im Familienbesitz befindet sich eine Mikrobrauerei. Außerdem betreibt man Schafzucht, eine Milchwirtschaft und hat auch zahlreiche Legehühner. Die Söhne der Familie betreiben die unterschiedlichen Geschäftszweige und auch das Weingut soll sich über Generationen halten. Noch heuer soll ein weiterer Weingarten erschlossen werden. „Diesmal pflanzen wir den Wein in Ost-West-Richtung, nicht wie bisher in Nord-Süd-Richtung. Mal schauen ob es dem Wein hilft“, erklärt Gillian Spakouskas. Interessant ist der rote Cuvee den ich mit nach Hause genommen habe. Mit Naturkork verschlossen und in einer durchsichtigen Flasche. Sicher ein ganz spezieller Wein in meiner, inzwischen recht umfangreichen, Sammlung. Verkauft wird der Wein übrigens ausschließlich ab Hof und in lokalen Geschäften. So hab ich wohl die erste Flasche die es bis Österreich geschafft haben.

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Wenn zwei eine Reise tun…

Fotos meiner letzten Reise nach Cornwall. Das Wetter wird in Schottland nicht so schön sein.

Fotos meiner letzten Reise nach Cornwall. Das Wetter wird in Schottland nicht so schön sein.

Aber steile Küsten wird es hoffentlich auch dort geben.

Aber steile Küsten, wie in Cornwall, wird es hoffentlich auch dort geben.

Spannend ist auch die Frage. Wie lange es den Union Jack noch geben wird. Manch Schotten wollen ja unabhängig werden.

Spannend ist auch die Frage. Wie lange es den Union Jack noch geben wird. Manch Schotten wollen ja unabhängig werden.

Kommende Woche geht es mit Johanna für elf Tage nach Nordengland und Schottland. Wie ihr euch denken könnt, sind meine Reisen bei weitem nicht so konventionell wie es der Durchschnittsurlauber machen würde. Manche Ziele sind ähnlich, etwa die eine oder andere Sehenwürdigkeit, ein Museum oder im Fall Schottlands auch einmal eine Whiskey Destillerie. Trotzdem eine völlig durchgeplante Reise oder gar eine geführte Tour wird es mit mir nicht geben.

Etwas Planung braucht es aber doch. Das war auch schon einmal anders. Vor dem Studium bin ich während meines längeren USA-Aufenthalt schon einmal spontan losgefahren um zwei Tage später an einer State-Line wieder umzukehren. Meine letzte wirklich ungeplante Reise war mein erster Balkantrip. Aus einer Reise nach Dubrovnik wurde eine Rundreise die mich über Montenegro, Albanien, Kosovo, Serbien und Bosnien praktisch in alle Exjugoslawische Länder geführt hat.

Diesmal aber sind fast alle Übernachtungen vorgebucht. Dazu braucht es eine intensive Recherche, denn länger als zwei Nächte halte ich es nirgends aus. Die erste Frage die sich stellt, wo werden wir übernachten. Sind diese Eckpunkte einmal festgelegt, konsultiere ich Google Maps. Aus zwei Gründen: Ich möchte mir gerne das Umfeld der Herberge anschauten. Und ich bin es leid große Umwege zu fahren, nur um zur Unterkunft zu kommen. Ich sehe mir also an, welche B&Bs in der Nähe unserer Destination zu finden sind. Nachdem ich einige ausgemacht habe, konsultiere ich deren Website um die Preise zu recherchieren und kontrolliere danach die Bewertungen vor allem auf auf tripadvisor. Ich bemühe mich darum, immer direkt bei einem B&B zu buchen. Daher rufe ich oft an oder buche direkt auf deren Website. Ich bevorzuge außerdem B&Bs und keine Hotels. Besonders in England sind B&Bs genau das was man von ihnen erwartet. Günstiger als Hotels, individueller und damit flexibler, besonders wenn es um Check-ins geht. Und! Dadurch, dass es meistens von Einheimischen geführt wird, bekommt man auch schnell einmal einen Insider Tip und auch etwas Einblick in das Leben im Gastland.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Suche nach der Exotik. Auf der Reise selbst hat man selten die Zeit wirkliche Schmankerl zu recherchieren. Zwar ist es meistens sicher, dass man im Kontakt mit „Locals“ so manche Besonderheit findet. Trotzdem suche ich zumindest eine exotische Besonderheit für die Reise. Etwas das man erzählen kann, auch wenn Captain Zufall einmal nicht zuschlägt.  Am Beispiel Schottland wird es ein Weingut in Nordengland sein. Ich bin schon gespannt, was der Besuch zeigen wird. Nordenglischen Wein habe ich noch nie probiert. Und als ich bei meinen Weinbauern an der südsteirischen Weinstraße erwähnt habe, dass ich ein Weingut fast bei Schottland besuchen werde, waren die Reaktionen oft sehr überrascht.

Trotz aller Pläne, sollte man auf keinen Fall die Reise zu dicht durchplanen. Denn gerade die Einheimischen haben oft tolle Vorschläge, die man dann auch nutzen sollte. Ihr könnt euch auf einen ausführlichen Reisebericht in ein paar Wochen freuen. Ich habe mir extra eine zusätzliche Speicherkarte für die Kamera besorgt.

Kommende Woche gibt es einen vorgeschriebenen Beitrag: Es wird um englischen Wein gehen.

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Aufgelesen (3) – Deutschland, Afghanistan, Ägypten, Ukraine, Türkei, Syrien, Kuba

In der zweiten Ausgabe meiner Rubrik “Aufgelesen” spielt wieder die Ukraine eine besondere Rolle. Ich möchte aber auch Geschichten aus anderen Teilen der Welt vorstellen. Was es hier nicht gibt: Agenturmeldungen die es wie Kopien in fast allen Medien gibt und die bei “Breaking News” unkommentiert zu Live-Blogs verwurstet werden. Guter Auslandsjournalismus nimmt, meiner Meinung nach, auch etwas Tempo heraus.

Krieg im Frieden
Henning Sussebach hat sich für die “Zeit” mit den Afghanistanveteranen der deutschen Bundeswehr beschäftigt. Wie geht es Veteranen in einem Land, das eigentlich “friedensverwöhnt” ist? Vier Veteranen-Portraits mit gänzlich unterschiedlichen Geschichten.

Im Reich des Todes
Die Geschichte ist schon älter, aber jetzt für den Henri-Nannen-Preis nominiert. Michael Obert berichtet für das “SZ-Magazin” von der ägyptischen Sinai-Halbinsel – durch das Machtvakuum eine Region ohne Recht und Gesetz. Obert schreibt über einer unerzählte Geschichte, die Foltercamps in Sinai.

Wo es noch nach Sowjetunion riecht
Nina Jeglinski schreibt für den “Standard” aus Donezk in der Ostukraine. Sie erzählt von einer Region, wo die Menschen kaum etwas über den Westen und die EU wissen und trotzdem zwischen Russland und der EU hin und her gerissen sind.

Kubas findige Unternehmer
Raniah Salloum berichtet von Havannah aus für den “Spiegel” über das neue Wirtschaftsleben auf Kuba. Sie erzählt von Unternehmern, die erst lernen müssen Unternehmer zu sein. Wie das Experiment ausgehen wird, weiß noch niemand.

Ein paar Quadratmeter Krieggrund
Len Jacobsen berichtet für den “Spiegel” wie der türkische Premier Erdogan in Syrien zündelt. Es geht um eine minimale Enklave, die Probleme mit den Kurdeng und um den Bürgerkrieg im türkischen Nachbarland.

Unter dem Kosovo liegt ein gefährlicher Schatz
Stefan Beutelsbacher berichtet für die Welt aus Obilic im Kosovo. Dort liegen große Braunkohleressourcen. Eine Chance aber auch ein gewaltiges Risiko für das junge Land.

 

 

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