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Alle Jahre wieder. Das Hilfspaket für Bosnien

Zur Weihnachten wird Bosnien wieder entdeckt. Zumindest in den Lokalseiten deutschsprachiger Zeitungen. Dann geht es um irgendwelche kleinen Hilfsaktionen für das arme Bosnien. Dann schreibt die Zeitung “Hilfe aus dem Sauerland für Bosnien”.  Pakete werden gepackt und kleine Geldgeschenke überreicht. Das hat Tradition und soll helfen. Ich kann mich erinnern, dass schon während des Krieges, ich war damals Volksschüler, Pakete mit Zucker und Mehl geschnürt wurden.

Damals herrschte Krieg und an einen Aufbau konnte noch nicht gedacht werden. Die Versorgungslage in Bosnien war katastrophal und diese Hilfstransporte haben wirklich schnell und unbürokratisch geholfen. Heute, 17 Jahre nach dem Krieg sind diese Transporte aber fehl am Platz. Zwar braucht Bosnien Hilfe und das dringend. Das sind aber keine Weihnachtsgeschenke oder ein paar hundert Euro die man jemanden zusteckt. Bosnien braucht echte Wirtschaftshilfe. Investitionen, Arbeitsplätze, Infrastruktur und Perspektiven.

Ich will den Sauerländern jetzt nicht absprechen, dass sie es nicht gut meinen. Sie helfen kurzfristig den Menschen mit ihren Geschenken auch. Ich habe aber mit vielen Menschen in Bosnien gesprochen, oft kleine Wirtschaftstreibende und junge Menschen die sich etwas aufbauen wollen. Diese Leute kritisieren Hilfsaktionen wie diese, die einfach so Geschenke verteilen ohne nachhaltig zu wirken und halten sie sogar für schädlich. Der Effekt sei, dass sich Menschen immer mehr auf Hilfslieferungen verlassen und irgendwann verlernen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Und dann, wenn die Hilfslieferungen nicht mehr kommen, wie in Bosnien schon oft der Fall, dann wird diese “Erziehung” zum Problem.

Ohne Hilfe wird es Bosnien nicht schaffen, den wirtschaftlichen Rückstand zu Europa aufzuholen. Aber dazu braucht es nachhaltige Hilfe und nicht ein paar Hundert Euro hier und ein paar Weihnachtsgeschenke dort. Das schlimme ist nur, dass sich die großen Hilfsorganisationen, die tatsächlich etwas bewegen können, sich immer mehr aus Bosnien zurückziehen.  Was bleibt übrig? Viele Menschen die allein gelassen werden, die keine Arbeit bekommen, weil sie die Möglichkeit gar nicht erst bekommen.

Mir fällt dazu ein Plakat einer Hilfsorganisation ein, das ich vor wenigen Wochen in London gesehen habe. Es sagte sinngemäß: Wenn du einem obdachlosen Kind einen Pfund gibt, hilfst du nur, dass es auf der Straße bleibt. Um es von der Straße zu bekommen braucht es langfristige Hilfe, Struktur, Bildung und Perspektiven. So grausam es klingen mag, aber es ist etwas Wahres dran und lässt sich meiner Meinung nach auch auf Bosnien umlegen.

Heißer Winter in Slowenien

In Slowenien kracht es. Und zwar gewaltig. Nach der Präsidentschaftswahl ist tausenden Slowenen, manche sagen, dass zehn Prozent der Gesamtbevölkerung auf der Straße waren, der Kragen geplatzt. Aus einem Protest gegen den korrupten Bürgermeister von Maribor hat sich eine landesweite Protestbewegung entwickelt, die sich gegen die slowenische Regierung richtet. Allein gestern wurden 141 Demonstranten festgenommen.

Das Euro-Musterland und der Gewinner der EU-Osterweiterung schlittert schon seit längerem in den Abgrund. Die Proteste sind da nur der Höhepunkt. Die Investoren und Geldgeber werden nervös, das Rating Sloweniens wackelt wieder einmal und die Bevölkerung leidet unter enormen Einschnitten. So soll das Pensionsalter um acht Jahre erhöht werden.

In den sozialen Netzwerken formiert sich währenddessen weiter eine Protestbewegung. Entsprechende Facebook Fanseiten haben mehr als 30.000 Mitglieder. Wann die nächste Demonstration stattfindet, ist noch fix. Den Fanseiten zufolge wird der 14. Dezember angepeilt. Wenn es sich ausgeht, werde ich aber auf jeden Fall hinfahren und mir ein Bild von der Lage machen.

Korruptes Mazedonien und die pompöse Identität

Alexander der Große reitet in die Schlacht. Eines von mehr als 30 neuen Denkmälern in Skopje.

Im Sommer habe ich Mazedonien besucht und eine Analyse über die Wirtschaftslage und die EU-Perspektive im Land geschrieben.

Wenn man die Hauptstadt Skopje besucht ist man überrascht von den bombastischen Monumenten und der renovierten Innenstadt. Es ist die Suche nach Identität, die die Politik des jungen Landes vorantreibt und der Konflikt mit Griechenland um den Namen “Mazedonien” blockiert die zukünftige Entwicklung.

Besonders mit der Renovierung der Innenstadt Skopjes will die mazedonische Regierung Tatsachen in Sachen Identitätsstiftung schaffen. Am Hauptplatz der Stadt streckt Alexander der Große sein Schwert in den Himmel während ihn Hoplite aus Bronze verteidigen. Mehr als 30 Denkmäler wurden in der Innenstadt Skopjes errichtet. Unter dem Titel “Skopje 2014″ weren Millionen Euro für Broncestatuen versenkt, obwohl man das Geld wahrscheinlich viel vernünftiger einsetzen könnte. Veranschlagt wurden 80 Millionen Euro. Das ist ein großer Brocken für das kleine mazedonische Staatsbudget, das jährlich nur über 2,3 Mrd. Euro verfügt.

Dafür fehlt das Geld für produktive Investitionen und so leidet Mazedonien zum Beispiel unter einer Arbeitslosenrate von 34 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 55 Prozent. Doch Mazedonien leidet, wie jedes Land in Südosteuropa, unter besonders starker Korruption. Die teuren Denkmäler und Restaurierungen haben so noch viel mehr gekostet.

Der Triumphbogen von Skopje kostete 5,4 Millionen Euro.

Bei den 80 Millionen Euro für die pompösen Monumente ist es nämlich nicht geblieben. Die Nachrichtenplattform “Balkan Insight” berichtet, dass das Budget deutlich überschritten wird. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Schätzungen gehen sich aber inzwischen von mindestens 350 Millionen Euro aus, die bis jetzt ausgegeben wurden. Dabei sind viele Projekte noch nicht einmal abgeschlossen. Kritisiert wird, das die Vergaben nicht transparent waren und dass praktisch alle Budgets nach oben geschraubt wurden. Der Triumphbogen, der die Unabhängigkeit Mazedoniens feiern soll, wurde etwa mit 4,3 Millionen Euro budgetiert. Gekostet hat er 5,4 Millionen Euro. Wie viel Geld davon in dunkle Kanäle verschwunden ist bleibt offen.

Kosovo: trügerische Unabhängigkeit

Nachdem der internationale Lenkungsausschuss erklärte, dass der Kosovo nun endgültig unabhängig sei und die Überwachung des Ausschusses beendet sei, könnte man fast glauben, dass der Kosovo als unabhängiges einen erfolgreichen Weg eingeschlagen hat. Immerhin ist man schon weiter als in Bosnien, wo Valentin Inzko als Hoher Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft noch immer der mächtigste Politiker im Land ist.

Regierungschef Hashim Thaci träumt gar von einer Normalisierung der Beziehungen zu Serbien. Das ehemalige Mutterland hat den Kosovo noch immer nicht anerkannt. Im serbischen Teil des Kosovo hat hat die Regierung nicht nur nichts zu sagen, die serbische Regierung unterhält dort eigene Strukturen und eine eigene Verwaltung.

Internationale Soldaten der KFOR (im Bild ein irischer Offizier) beobachten nach wie vor die Straßensperren der Serben im Kosovo.

Doch geändert hat sich von heute auf morgen im Kosovo freilich nichts. Nach wie vor muss die KFOR, mit einer wichtigen österreichischen Beteiligung, Serben und Albaner trennen und dabei immer wieder den Kopf hinhalten. Immer wieder müssen zusätzliche Einheiten kurzfristig in den Kosovo verlegt werden und anders als in Bosnien, wo die internationalen Soldaten der EUFOR ein relativ entspanntes Leben führen, kommt es im Kosovo immer wieder zu Ausschreitungen und Verletzten.

Was die Korruption betrifft, ist der Kosovo beispiellos. Kaum ein Politiker steht nicht unter Korruptionsverdacht und immer wieder finden sich internationale Berichte, die die kosovarische Politik mit der organisierten Kriminalität in Verbindung bringt. Selbst der jahrelange Einsatz der EU mit der Polizei- und Justiz-Mission EULEX konnte daran nichts ändern.

Und so kommt es, dass die internationalen Missionen EULEX und KFOR, nach wie vor im Kosovo bleiben werden. Hinzu kommt, dass Serbien und die rund 35.000 kosovarischen Serben im Norden des Kosovo weiter eine Unabhängigkeit nicht akzeptieren werden. Der Beitritt zu internationalen Organisationen wird weiterhin von Serbien blockiert werden und selbst in der EU haben noch nicht alle Mitgliedsländer den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt.

Echte Unabhängigkeit sieht anders aus. Daher bleibt der Kosovo weiter einer der größten Unsicherheitsfaktoren Europas. Der Schritt des sogenannten Lenkungsausschusses ist daher ein symbolischer. Das Pulverfass “Balkan” wurde noch lange nicht entschärft. Bis der Kosovo ein funktionierender Staat ist muss noch einige Zeit vergehen und viel Aufarbeitung und politische Arbeit bewältigt werden.

“Da unten”: Wer einmal vom Sebilj trinkt…

Das Magazin Blank meines alten Studiengangs beschäftigt sich dieses Jahr mit dem Thema Leidenschaft. Grund genug sich selbst ein paar Gedanken zum Thema zu machen und an einer Blogparade teilzunehmen.

Ich sitze gerade in Zagreb und überlege, wo meine Leidenschaft zuhause ist und mir fallen ad hoc gleich mehrere Orte ein. Natürlich ist Leidenschaft auch eine Sache des Herzens und der Liebe zu einem andern Menschen und diese Herzensangelegenheit ist auch wichtiger als jede andere Leidenschaft die der Mensch so pflegt. Heute will ich mich aber mit der Leidenschaft im Beruf auseinandersetzen. Und beruflich trägt meine Leidenschaft Namen wie Sarajevo, Zagreb, Belgrad, Bosnien, Serbien, Kroatien, der Balkan und in Österreich sagt man auch ganz gerne “da unten”.

Es schaffen ja nicht viele Menschen sich ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Die wenigsten versuchen es überhaupt und viele scheitern daran, da sie nicht bereit sind Kompromisse einzugehen. Vor Kurzem habe ich mich auch mit einer Frau in Zagreb unterhalten, die von sich behauptete für kein bestimmtes Thema „Feuer und Flamme“ zu sein. Im Laufe des Gesprächs hat sich dann aber herausgestellt, dass es doch ein Thema gibt, das für sie, wenn auch nur unbewusst, über allen anderen Themen steht. Deshalb glaube ich, dass jeder Mensch seine Leidenschaft hat, selbst wenn er sie noch nicht entdeckt hat.

Ich zähle mich zu den wenigen Glücklichen, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnten. Es ist der Balkan der mich in den Bann gezogen hat und wahrscheinlich ist an der Legende vom Sebilj in Sarajevo etwas Wahres dran. Der Sebilj ist ein Brunnen im historischen Viertel Die Legende besagt nämlich, dass jeder der vom Sebilj trinkt wieder nach Sarajevo zurückkehren wird.

Wer vom Sebilj in Sarajevo trinkt kommt wieder.

Das erste Mal habe ich 2009 vom Sebilj getrunken und eine Leidenschaft wurde geboren. Ich sollte noch einige Male nach Sarajevo zurückkehren bis ich im November 2011 dorthin gezogen bin und wahrscheinlich war es auch kein Zufall, dass meine Wohnung keine fünf Minuten Spaziergang vom Sebilj entfernt lag. Ein halbes Jahr habe ich in Sarajevo gelebt. Ich habe über das Land und die Leute berichtet und versucht die Atmosphäre in Sarajevo aufzusaugen. Sarajevo, das ist für mich eine spannende Mischung aus orientalischer Exotik und europäisch/österreichischer Vertrautheit. Die Stimmung könnte man am besten als Mix zwischen verzweifelter Nachkriegsdepression und aufbrausender Jugend beschreiben. Es war daher eher eine Vernunft-Entscheidung dieser Tage Sarajevo zu verlassen und mich in Zagreb niederzulassen. Denn verkehrstechnisch ist Sarajevo tatsächlich genauso weit entfernt wie in den Köpfen des durchschnittlichen Österreichers, nämlich irgendwo weit weit weg.

Dem Balkan bin ich aber treu geblieben. Ich berichte aus Bosnien, Kroatien, Kosovo, Serbien und mit meinem Umzug nun wohl auch über Slowenien. Ich habe viele Freunde in dieser Region gefunden und im Grunde fühle ich mich, trotz der fehlenden Sprachkenntnisse, am Balkan irgendwie zuhause. Meine berufliche Leidenschaft ist also der Balkan. Würde ich jetzt auch noch über meine anderen Leidenschaften schreiben, es würde den Rahmen sprengen. Aber auch das ist ein Zeichen von Leidenschaft, das ich mit einem Slogan einer Keksmarke anreißen möchte: „Wenn ich nur aufhören könnt.“ Man kann also davon ausgehen, dass ich noch den einen oder anderen Schluck vom Sebilj nehmen werde.

Gedanken zur Wahl in Serbien

Die Parlamentswahl in Serbien ist geschlagen und die Präsidentschaftswahl geht, wie erwartet, in die zweite Runde. Die Kontrahenten Nikolic und Tadic liefern sich ein Kopf an Kopf rennen. Vor allem die Koalitionsverhandlungen werden nun Einfluss auf den Ausgang der Stichwahl nehmen.

Und hier hat Tadic wohl die besseren Karten. Nikolic als ehemals Radikaler gilt als unberechenbar. Nicht umsonst, da Nikolic noch vor wenigen Monaten mittel Hungerstreik versucht hat eine vorgezogene Wahl zu erzwingen. Außerdem muss er noch beweisen, ob seine eben erst gewonnene proeuropäische Haltung wirklich Substanz hat.

Tadic kann hingegen auf eine einigermaßen erfolgreiche Koalitionsregierung zurückblicken. Das erhöht seine Chancen erneut Partner zu finden.  Schwierig hat es Tadic mit der Kosovofrage. Er sitzt zwischen den Stühlen, will er doch Serbien weiter an die EU heranführen. Gleichzeitig fürchtet er sich aber vor der Opposition, die ihm Verrat vorwerfen könnte, würde er in Sachen Kosovo zurückstecken.

Aus europäischer Sicht wird sich jedoch bei einem Machtwechsel in Serbien nicht viel ändern. Praktisch alle Parteien im Parlament sind proeuropäisch eingestellt. Für ausländische Investoren grundsätzlich ein positives Zeichen. Denn selbst bei einem Machtwechsel wird sich nicht besonders viel an ihrer Situation ändern und stabile politische Situation fördern sind für Investoren besonders wichtig.

Spannend könnte aber eine Koalitionsregierung unter Tadic (als Ministerpräsidenten) mit Nikolic als Präsidenten werden. Am 20. Mai, dem Termin der Stichwahl, werden wir mehr wissen.

Serbien: Eine Wahl ohne Wahl.

Am Sonntag findet in Serbien ein Superwahltag statt. Neben den Kommunal- und den Parlamentswahlen finden nämlich auch Präsidentschaftswahlen statt. Das schreit nach einer Richungswahl, möge man denken. Doch im Grunde steht der Serbischen Bevölkerung keine große Auswahl zur Verfügung.

In der Frage des EU-Beitritts ist man sich, zumindest auf politischer Ebene, in Serbien einig. 90 Prozent des politischen Spektrums spricht sich für den EU Beitritt aus. Nur die Partei des ehemaligen Präsidenten Kostunica und die rechtsradikalen Nationalisten treten gegen einen Beitritt auf.

Was Serbien aber mit wohl allen Ländern in Europa gleich hat, ist die Frustration gegenüber der Politik. Ich habe in den vergangenen Tagen niemanden in Belgrad getroffen, der sich positiv über die serbischen Politiker geäußert hätte.

Die wirtschaftliche Situation im Land ist eine Katastrophe. Die Arbeitslosigkeit steigt, der Wechselkurs des Dinar zum Euro wird immer schlechter und ein Ende der Krise ist nicht absehbar. Große Bereiche der serbischen Industrie ist zerstört und ausländische Investoren können nur langsam das Land wieder auf seine Beine bringen. Hinzu kommt eine grassierende Korruption und eine Politik, die nicht wirklich ein Konzept hat. So verkommt die serbische Wahl zu einem  Persönlichkeitswahlkampf ohne wirkliche Inhalte. Der bisherige Präsident Boris Tadic wird sich dabei die Wahl mit seinem Konkurrenten Tomislav Nikolic ausmachen.

Kritisch könnte die Situation im Kosovo werden. Besonders nach Wahlen gibt es viele Gruppen, ob aus der organisierten Kriminalität oder aus dem politischen Bereich, die Interesse an einer instabilen Lage haben. Deshalb hat die KFOR Verstärkung aus Österreich und Deutschland angefordert. Für die Menschen in Serbien hat die Kosovo-Frage längst nicht mehr Vorrang. Zu groß sind die eigenen, vor allem wirtschaftlichen, Sorgen.

Balkan-Wochenrückblick: KW 8

Bosnien/Kroatien: Der österreichische Mineralölkonzern OMV will sich vom wenig lukrativen Tankstellennetz in Kroatien und Bosnien trennen.

Serbien/Kosovo: Nach mehreren Monaten gingen die Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo am Mittwoch weiter. Vermittelt wurden die Gespräche von der EU. Es ging vor allem um die gleichberechtigte Teilnahme an internationalen Konferenzen von Vertretern Serbiens und des Kosovo. Serbien lehnte dies ab. Mit einer Fußnote bei den Namenschildern konnte hier ein Kompromiss erzielt werden. Wegen des Konfliktes war die Vergabe des Status zum EU-Beitrittskandidaten in Gefahr. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle ist deshalb am Donnerstag kurzfristig nach Belgrad gereist. Auch der österreichische Außenminister Michael Spindelegger bemüht sich um den Status des EU-Beitrittskandidaten für Serbien. Dieser wird voraussichtlich am Freitag verliehen.

Kroatien: Milchbauern boykottieren kroatische Molkereien. Seit einer Woche protestieren die kroatischen Bauern gegen den niedrigen Milchpreis. Sie fordern einen Milchabnahmepreis von 2,7 Kuna (35,6 Cent) pro Liter. Derzeit produziert Kroatien weniger Milch als es konsumiert. Dem Verbrauch von rund einer Milliarde Litern pro Jahr steht nur eine Produktion von 626 Millionen Litern gegenüber. Die Differenz wird großteils günstig aus Serbien und Bosnien importiert.

Kroatien: Der Anteil der faulen Kredite in Kroatien könnte weiter steigen. Die kroatische Notenbank befürchtet, dass 2012 17 Prozent der Kredite im Adrialand faul sein könnten. 2011 fielen noch 12,4 Prozent der insgesamt 38,5 Milliarden Euro schweren Kredite in die Kategorie „Non performing loads“.

Kroatien: Die kroatische Regierung will mit einem 2,4 Mrd. Euro schweren Investitionsprogramm die Infrastruktur des Landes stärken. Der Bau des Flughafen Zagreb geht dabei an ein französisches Konsortium. Auch Investitionen bei den Eisenbahnen, Autobahnen und beim Stromkonzern HEP sind geplant.

 

Abenteuerurlaub in Bosnien

Der National Geographic muss es wissen. Die renommierte Zeitschrift erhob “Mountainbiking in Bosnien und Herzegowina” zu den besten Abenteuer Destinationen für das Jahr 2012.

Bosnien bietet aber nicht nur Mountainbiking. Ich habe letzten Sommer einen Rafting-Urlaub in Foča genossen und kann ihn nur empfehlen.

PR Spin oder eine netter Geschichte?

Als ich die KFOR an einer Straßensperre im Nordkosovo besucht habe, gab es kaum schöne Sachen zu berichten. Es war von Molotovcocktails die Rede, von Handgranaten und gewaltätigen Auseinandersetzungen. Wir wurden permanent von bewaffneten Soldaten begleitet, die die Umgebung zu sichern hatten. Ein Gespräch mit serbischen Straßenblockierern wurde uns nur auf eigene Gefahr ermöglicht. Die Soldaten blieben im Respektabstand von etwa 100 Metern. An der Straßensperre waren die Soldaten schwer bewaffnet. An einem Soldaten habe ich sechs verschiedene Waffen gezählt: Sturmgewehr, Granatwerfer, Pistole, Leuchtpistole, Schlagstock, Pfefferspray und Messer.

Das gehört natürlich alles zur militärischen PR. Man will veranschaulichen, dass die Situation gefährlich ist und die Geschichte entsprechend “drehen”. Im Feldlager, lief die Sache schon entspannter ab und zwischen den Soldaten tollte ein kleiner Hund. Rocky heißt er und geriet angeblich bei einer kleinen Auseinandersetzung zwischen Serben und KFOR zwischen die beiden Gruppen. Die Soldaten haben den kleinen Hund herausgeholt und ihn im Feldlager aufgenommen. Sogar eine Hundehütte haben sie gebaut.

Ein weiterer PR Spin oder doch einfach nur eine nette Geschichte? Diese Frage kann ich nicht beantworten.

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