Schreibstile und so weiter

Meine Bloggerkollegin Henriette hat erst kürzlich über ihren Schreibstil im Blog geschrieben. Auch ich mache mir in letzter Zeit viele Gedanken zum Thema „Schreibstil“. Und Henriettes Beitrag ist eine gute Gelegenheit das Thema aufzugreifen. Klar ist, dass jedes Text-Genre und jedes Medium seinen eigenen Schreibstil fordert.

So schreibe ich in der „Steirischen Wirtschaft“ ganz anders als ich beim Fazit geschrieben habe. Und auch jedes Genre, ob jetzt eine Reportage, ein Bericht oder ein Interview, unterliegt seinen eigenen Gesetzen und jedes Medium hat hier ein anderes Selbstverständnis. Das gilt natürlich auch für Blogs und so ist es klar, dass ich auf meinem Blog anders schreibe. Ein Blog ermöglicht persönliche Einblicke und Meinungen, die im Printjournalismus noch am ehesten im Kommentar und in der Glosse zu finden sind.

Und trotzdem. Ein Blog ist immer noch anders. Auch weil man die Leser viel direkter ansprechen kann. Und wie Henriette schreibe ich derzeit im Blog eher frei von der Leber weg. Und selbst wenn man dann etwas emotionaler werden kann, wirklich geflucht und geschimpft wird bei mir hoffentlich nicht zu oft. Das schreiben im Blog ist aber eine willkommene Abwechslung zu jenen Texten die ich sonst schreibe, da ich mich keinen festen Regeln unterwerfen muss. Erfolgreiches onlinetexten sieht aber wohl auch anders aus.

Da bin ich derzeit fest am überlegen und recherchieren, wie Texte online funktionieren können. Wahrscheinlich macht es aber nicht ganz so viel Spaß, wenn man sich wieder einem neuen Regelkorsett unterwerfen will. Mehr dazu aber vielleicht ein andermal mehr.

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Ein Laie trinkt Bier VIII: Zlaten Dab Lager

Das Zlaten Dab aus Mazedonien.

Das Zlaten Dab aus Mazedonien.

Bei den Bieren bleibe ich zur Zeit exotisch. Heute wird das „Zlaten Dab“ aus Mazedonien verkostet. Seit 1924 wird es in Prilep, der viertgrößten Stadt des Landes gebraut. Videos auf Youtube zufolge scheint die Prilepska Pivarnica ein recht großer Betrieb zu sein. Johanna hat es mir von ihrem Urlaub mitgebracht. Ich bin gespannt, weil gerade am Balkan kann man gutes und schlechtes Bier erwischen. Dazwischen habe ich noch nicht viel gefunden.

Biername: Zlaten Dab Lager
Herkunftsland: Mazedonien
Hersteller: Prilepska Pivarnica
Bierart: Lagerbier
Alkoholgehalt: 4,5 Prozent vol. (+/- 0,5 Prozent)
Verschlussart: Kronkorken mit Öffnungslasche
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz und Hopfen 
Getestete Flaschengröße: 0,5 Liter Flasche

Aber vielleicht habe ich diesmal ein richtiges Mittelmaß gefunden. Beim Öffnen der Flasche, das mit einem schönen „Plop“ passiert, kommt mir schon eine ordentliche Hopfennote entgegen. Der Schaum – der sich beim Einschänken bildet – bleibt nicht lange stehen. Zu grobkörnig ist er. Das gut gekühlte Bier präsentiert sich hellgelb, fast schon zu wässrig in der Farbe. Aber geschmacklich kann es mit den Standardbieren in Österreich durchaus mithalten. (Ob das ein Kompliment ist, sei dahin gestellt. Es ist halt ein Industriebier.) Die Kohlensäure im Bier ist da, zumindest spürt man sie schön auf der Zunge, in der Ausperlung ist aber nicht besonders viel davon zu sehen. Da gibt es deutlich frischere Biere. Geschmacklich zeichnet sich das gut gekühlte Bier mit seiner Unaufgeregtheit aus. Es bleibt kein störender Nachgeschmack. Aber große Überraschungen bleiben auch aus. Das Kopfweh-Potenzial dürfte dafür eher gering sein, als Durstlöscher ist es also durchaus geeignet.

Der Biersieder-Test
Auch beim Biersieder-Test beweist das Zlaten Dab, dass man auch mit Mittelmaß Punkte machen kann. Auf seine Festivaltauglichkeit geprüft, kann man sagen, dass sich keine allzu schlechten Eigenschaften nach dem warm werden lassen zeigen. Positiv bleibt, dass sich die Kohlensäure relativ lang hält. 

Das Etikett
Die grüne Flasche wird durch ein semitransparentes Etikett ergänzt. Es zeigt, dass das Bier auch für Ausländer und Gäste in Mazedonien gebraut wird. Denn große Teile des Etikett sind in Englisch. Nur die Zutaten sind auf mazedonische angeführt.

Gesamteindruck
Wie erwähnt ist das Zlaten Dab ein Bier mit wenig Überraschungen. Mit Sicherheit ist es nicht das schlechteste Bier, das ich am Balkan kennengelernt habe. Es ist aber auch nicht das Beste. In einer vollständigen Sammlung von Balkanbieren sollte es also nicht fehlen. Und sollte ich das Bier einmal in einer Speisekarte erspähen, werde ich mich wohl nicht abwenden. Vorausgesetzt es findet sich nicht doch eines der exzellenten Biere der Region.

Werbetechnisch geht Zlaten Dab übrigens hoch hinaus:

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Ein Laie trinkt Bier VII: Brokát – Dark 13 ° Lager

Pechschwarzes Bier aus der Slowakei.

Pechschwarzes Bier aus der Slowakei.

Vergangenen Sommer war ich ja beruflich in der Slowakei. Der österreichische Wirtschaftsdelegierte hat mich durch das Land geführt und mir das wirtschaftliche Umfeld gezeigt. Da wir aber beide eine Leidenschaft für das Bier teilen, haben wir auch das eine oder andere Bier verkostet. In Kosice haben wir dann auch ein Vinothek mit einer eigenen Bier-Abteilung besucht. Dort bin ich auf die Kreationen der südwestslowakischen Brauerei Kaltenecker gestoßen. Seit 1997 wird dort sogenanntes Craft-Beer gebraut. Ich habe ein paar davon mitgebracht und werde sie schön langsam einzeln verkosten. Heute ist das dunkle Lagerbier Brokàt dran.

Biername: Brokát – Dark 13° Lager
Herkunftsland: Slowakei
Hersteller: Kaltenecker Pivovar
Bierart:dunkles Lagerbier
Alkoholgehalt: 5,5 Prozent vol.
Verschlussart: Kronkorken
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz und Hopfen
Getestete Flaschengröße: 0,33 Liter Flasche

Ich muss es jetzt einfach sagen. Ich liebe Craftbier. Warum? Weil sie sehr kreativ mit dem Bier umgehen. Zum Beispiel dieses Bier. Dunkel wie ein Espresso und genau so schmeckt er auch. Besonders im Abgang schmecke ich eine deutliche Kaffeenote. Und auch in der Duftnote scheint sich die eine oder andere schwarze Bohne verirrt zu haben. Was den Kohlensäuregehalt betrifft orientiert sich das Brokát eher an den eher sanften englischen Bieren, die ich so liebe. Optisch ist das Bier wie schon gesagt pech schwarz und es bildet sich – richtig eingeschenkt – eine satte und feinpoorige Krone. Passt auf, dass ihr beim einschenken das Malz, das ist der Flasche zurückbleibt mitnehmt. Das Geschmack des Bieres war auf jeden Fall spitze. Kein wunder, dass sechs von zehn slowaksichen Bieren auf www.ratebeer.com aus der Brauerei stammt. Noch gehört die Brauerei mit 1,5 Millionen Litern pro Jahr zu den kleinen Bauereien. Doch das dürfte sich bald ändern. Viele der dort angebotenen Biersorten gibt es nur für kurze Zeit. Ich hoffe aber, dass ich das nächste mal in der Slowakei wieder ein so tolles dunkles Bier finden werde.

Der Biersieder-Test
Nun zum obligatorischen Biersieder-Test. Einmal aufgewärmt kommt der Kaffeegeschmack noch viel stärker zur Geltung. Er übertönt aber leider alles. So gesehen ist das Bier besser leicht gekühlt zu trinken. Wie die Engländer das machen, Kellertemperatur eben. Auf der Flasche wird eine Trinktemperatur zwischen 8 und 10 Grad Celsius empfohlen.

Das Etikett
Das runde Etikett zeigt worum es geht. Slowakisches Craft Bier. Positiv erwähnt sei, dass auch die Unterschrift des Braumeistern für Qualität bürgt.

Gesamteindruck
Wie schon oben erwähnt ist das Brokát Dark Lager ein absolutes must für jeden Slowakeibesucher. Sollte man sich einfach nicht entgehen lassen und bei der Gelegenheit sollte man gleich ein paar Flaschen nach Österreich mitnehmen. So gesehen mehr als eine Trinkempfehlung, fast schon eine Liebeserklärung.

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Da war ja noch ein Blockstöckchen

Ich tu mir in letzter Zeit etwas schwer gute Blogthemen zu finden. Ich hätte zwar immer noch meine ganze Reihe an Bieren die ich verkosten könnte, aber irgendwie ist mir heute nicht nach Bier. Umso gelegener kommt mir, dass meine Ironblogger-Kollegin Monika mir ein Blogstöckchen geworfen hat. Eine Reihe an Fragen gilt es dabei zu beantworten. Mal schauen was dabei herauskommt.

Und hier sind meine Fragen:

  1. Was gefällt Dir an Deinem Job am Besten?
    Der Umstand, dass ich mich jede Woche mit völlig neuen Themen beschäftigen muss.
  2. Was inspiriert Dich?
    Der Blick in die weite Welt. Und natürlich der Austausch mit anderen Menschen. Wer nur allein sein Süppchen kocht, kommt nicht weit.
  3. Welche kulturelle Veranstaltung besuchst Du am Liebsten?
    In Graz. Eindeutig Poetryslams.
  4. Welche kulturelle Veranstaltung muss man unbedingt noch erfinden?
    Das ist eine gute Frage. Ich glaube ja, dass es nichts gibt was es nicht schon gibt. Deshalb muss man sich einfach umsehen. Gerade in Graz kann man allein durch die Kunstuni schon sehr viel abdecken. Was mir fehlt, aber vielleicht habe ich mich damit zu wenig beschäftigt, sind richtig spannende Fotoausstellungen.
  5. Was motiviert Dich wieder, wenn Du einmal nicht weiterkommst?
    Der Gedanke an das Endprodukt. Dieses Gefühl, wenn man den letzten Text abgibt und den Redaktionsschluss feiert. Bei langfristigen Projekt wird das schwierig, da helfen Zwischenziele und wieder die Menschen zum austauschen von Gedanken.
  6. Welche interessanten Blogs, Websites oder Social Media Kanäle besuchst Du regelmäßig?
    Online drifte ich immer mehr in aktuelle News ab. Aber ich habe so meine Phasen wo ich mir die Zeit für eine echt gute Reportage nehmen, die ich meist über reportagen.fm finde. Außerdem kann ich Nächte auf Wikipedia verbringen.
  7. Wohin möchtest Du als nächstes Reisen?
    Meine Reiseliste ist lang. Die USA steht ganz oben. Norwegen ist auch dabei. Die nächste Reise geht aber wahrscheinlich nach Irland. Wichtig ist, es ist immer irgendeine Form von Roadtrip dabei.
  8. Wie sieht Dein perfekter Urlaub aus?
    Siehe oben. Ein echter Roadtrip muss es sein. Man kann immer stehen bleiben und innehalten. Man kann kurzfristig seine Pläne ändern. Und es sollte etwas exotisches dabei sein. Bei meiner letzten Reise war das ein Besuch auf einem Weingut in Yorkshire. Ja, in Nordengland gibt es Wein.
  9. Was ist Deine Lieblingsstadt?
    Es gibt so viele tolle Städte. Viele davon liegen in England. Tintagel zum Beispiel, oder Oxford. Ich bin zwar kein Mann der großen Städte, aber New York hat es mir ganz besonders angetan. Obwohl ich dort nur für vier Tage war.
  10. Was würdest Du tun, wenn es das bedingungslose Grundeinkommen gäbe?
    Ich würde nichts ändern. Arbeit gehört zum Leben dazu. Ohne Arbeit würde man schnell in einen Strom schlechter Angewohnheiten verfallen. Aber: Ich würde vielleicht weniger Stunden arbeiten und dafür das eine oder andere pro bono Projekt aufziehen.
  11. Welches Projekt beschäftigt Dich gerade?
    Nichts konkretes. Zur Zeit bin ich glücklich, wenn ich eisern blogge und jede Woche die Zeitung fertig mache.
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Das Grazer Tesla Taxi: 300 PS ohne Brmmtata

Kennt ihr dieses Lied? Letztens habe ich mich bei einer Taxifahrt durch Graz so gefühlt. Naja fast. Hört euch das Lied an und ich werde es euch erklären.


300 PS. Naja um genau zu ein 367 PS. So viel Power hat nämlich das neue Tesla-Taxi in Graz. Was fehlt ist aber dieses kräftige Gurgeln, das so starke Autos für gewöhnlich produzieren. 300 PS und das ohne Brmmtata. Ein Hammer. Vor allem dann, wenn das Taxi an der Ampel jede andere Kiste stehen lässt. Denn der Elektromotor zieht, das glaubt man gar nicht. Noch nie wurde ich in einem Taxi so in den Sitz gedrückt.

Fotocredit: Creative Commons. Flickr. Steve Jurvetson.

Tesla-Fahren hat Style. Selbst wenn man nur am Beifahrersitz Platz nimmt. Fotocredit: Creative Commons. Flickr. Steve Jurvetson.

Seit Juli gibt es in Graz ein e-Taxi und nicht nur, dass dieses Fahrzeug leise ist, es zeigt auch Style. Das beginnt mir den Türklinken die man einziehen kann und hört mit dem überdimensionierten Touchscreen in der Mittelkonsole auf. Dass es sich dabei nicht um einen Renault Zoe handelt ist klar. Es muss schon ein Tesla sein, um als Taxi zu überzeugen.

Dazu passte es, dass ich nach langer Zeit wieder einmal einen echten Scoop in der “Steirischen Wirtschaft” recherchieren könnte. Tesla plant nämlich einen Standort in Graz. Wofür der Standort genutzt wird ist noch nicht bekannt, aber von anderen Medien wurde das gerne aufgenommen. Vom ORF über die Styria Medien bis zur Krone, alle waren dabei. Und dabei ist es auch egal ob es sich nur um einen Verkaufsstandort oder doch um ein Forschungsprojekt handelt. In beiden Fällen wird es ein Auftrieb für die Elektromobilität in Graz sein.

Es wird also wohl auf jeden Fall nicht bei dem einen Tesla-Taxi bleiben. Aber um sich auf das Zeitalter der Elektroautos einzustimmen könnte man den Grazer Pionier einmal ausprobieren. Keine Sorge, die Fahrt kostet nicht mehr als beim normalen Diesel-Taxi. Nur auf die Ladung Feinstaub muss man verzichten. Und auf das Brmmtata muss man verzichten.

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Ein Laie trinkt Bier VI: up Beer – Glutenfrei

Das up Beer. Schaum sieht anders aus.

Das up Beer. Schaum sieht anders aus.

Mit dem up Beer habe ich heute ein ganz besonders Bier in mein Glas gefüllt. Ingo, ein Freund der eben von seiner Weltreise zurückgekommen ist, hat nämlich das „up Beer“ vorbeigebracht. Das wichtigste Feature des Bieres ist ein ernährungstechnisches. Das Bier ist glutenfrei und nachdem Ingo sich bemüht glutenfrei zu leben war es biertechnisch seine erste Wahl. Gebraut wird das „up Beer“ im oberösterreichischen Grieskirchen in der Brauerei Malt ‘n’ More.

Biername: up Beer Glutenfrei
Herkunftsland:Österreich
Hersteller: Malt ‘n’ More
Bierart:Lagerbier
Alkoholgehalt: 4,5 Prozent vol.
Verschlussart: Kronkorken
Zutaten: Wasser, Hirsemalt, Maismalz, Buchweizenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Getestete Flaschengröße: 0,33 Liter Flasche

Das Bier kommt im Vierer Pack mit 0,33 Liter Flaschen. Gut gekühlt und eingeschenkt bildet sich ein sehr grober Schaum, der innerhalb weniger Sekunden zerfällt. Optisch präsentiert sich das up Beer goldgelb aber nicht allzuhell. Deutlich ist die Kohlensäure die sehr intensiv ausperlt. Das merkt man auch beim ersten Schluck der die Kohlensäure intensiv über die Zunge tanzen lässt. Beim zweiten Schluck hingegen habe ich mich ganz auf die hopfige Note und den deutlichen Hirsegeschmack im Abgang konzentriert. Das macht zwar gewöhnungsbedürftig, macht es aber gerade für jene die Gluten nicht vertragen zu einer guten Alternative. Wie bei anderen „Diätlebensmittel“ schlägt sich die glutenfreiheit leider auch beim Preis nieder. Im österreichischen Supermarkt kosten die vier „Seiterlflaschen“ stolze 6,49 Euro. Kein billiges Vergnügen also.

 

Der Biersiedertest hat sich beim up Beer diesmal ausgezahlt.

Der Biersiedertest hat sich beim up Beer diesmal ausgezahlt.

Der Biersieder-Test
Der Biersiedertest ist diesmal etwas eigenartig. Denn ich glaube tatsächlich, dass da Bier nicht ganz so kalt besser schmeckt. Endlich tritt eine Duftnote in Erscheinung. Das macht das Bier echter. Geschmacklich hat das up Beer gar nicht abgebaut. Die Kohlensäure hält sich erstaunlich gut und die charakteristische Hirsenote bleibt gut erhalten.

Das Etikett
Das Etikett des up Beers ist leider recht uninspiriert. Goldiger Hintergrund bei dem offensichtlich ein Bier eingeschenkt wird. Die Wortbildmarke könnte genauso als Wordart durchgehen. Bemerkenswert ist, dass die Zutaten auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch präsentiert werden.

Gesamteindruck
Das up Beer gefällt mir besser als erwartet. Es ist gewöhnungsbedürftig aber durchaus genießbar. Besonders der Biersiedertest hat mich beeindruckt. Rein preislich ist es eher ein Bier, das man wohl wirklich nur aus Ernährungstechnischen gründen trinken würde. Ganz abgesehen davon, finde ich solche Bierexperimente recht spannend. Mein Fazit mit vorbehalten daher: Trinkempfehlung

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Rauchen: Der K(r)ampf um die Tschick

Foto: (cc) Blu News /Flickr

In Österreich herrscht umfassender Raucherschutz. Foto: (cc) Blu News /Flickr

Es gibt viele Dinge die man nicht verstehen muss und trotzdem sind sie gut. Manche Dinge sind aber so irrational, hirnrissig und so offensichtlich dumm und trotzdem passieren sie. Trotzdem erfahren sie gesellschaftliche Akzeptanz und gehören zu unserem Alltag wie kaum etwas anderes.

Ich rede vom Rauchen. Tabak gehört so sehr zu unserer Gesellschaft, dass sich sehr viel danach ausrichtet. Man kann rund um die Uhr Zigaretten kaufen, ohne Alterskontrolle. An jeder Ecke stehen Zigarettenautomaten und wenn die Zigarettenpreise steigen geht ein Aufschrei durch die Gesellschaft.

In meiner Schule gab es einen Raucherhof. Das heißt wir Schüler konnten in den Pausen hinaus und eine „entspannte“ Zigarette rauchen. Es kam sogar vor, dass Lehrer sich mit Schülern verbrüderten und eine Zigarette „geschnorrt“ haben. Ja die Raucher waren sogar einer der Gründe warum an meiner Schule die Hausschuhpflicht abgeschafft wurden. Man konnte es den Rauchern nicht zumuten mit Patschen auf den Hof zu gehen. Ein großer und bejubelter Erfolg der damaligen Schülervertretung. Im Nachhinein betrachtet war es ein klares Zeichen dafür, dass Rauchen nun einmal zu uns dazu gehört. Und die Raucher waren die coolen Kinder. Das hat sich scheinbar nicht geändert. Besonders in Österreich ist das Einstiegsalter der Raucher sehr niedrig.

Foto: (cc) ConstiAB / Flickr

Jede Menge verbranntes Geld. Foto: (cc) ConstiAB / Flickr

Es scheint Rauchern nicht zumutbar zu sein
Später in Graz kam es zum nächsten großen Raucher-Aufschrei in meinem Umfeld. Ich habe beim Roten Kreuz als ehrenamtlicher Sanitäter angefangen und es war selbstverständlich, dass im großen Aufenthaltsraum geraucht wurde. Als ein generelles Rauchverbot auf der gesamten Dienststelle erlassen wurde ging ein großer Aufschrei durch die Mannschaft. Radikale Raucher drohten nicht mehr als ehrenamtliche Sanitäter zu arbeiten, wenn sie nicht im Aufenthaltsraum rauchen dürften. „Es war schon immer so und es hat nie jemanden gestört“, hieß es. Es galt als unzumutbar, dass Raucher sich auf die überdachte Terrasse begeben. Sie fühlten sich in die Kälte verbannt. Als zumutbar wurde jedoch angesehen den vielen Nichtrauchern unter den Sanitätern stinkende Nebelschwaden ins Gesicht zu blasen. Und das bei einer Truppe die eigentlich angetreten ist um die Gesundheit einer Stadt zu fördern. Klingt doch recht absurd. Aber gut, wenn man sich die Zahl der rauchenden Ärzte ansieht, weiß man wie irrational die Welt manchmal ist.

Seitdem diesen Erlebnissen hat sich sogar in Österreich in Sachen Nichtraucherschutz einiges getan aber bei weitem nicht genug. Auf der Rot-Kreuz-Dienststelle wird nur mehr auf der Terrasse geraucht. Die radikalen Raucher sind noch immer beim Roten Kreuz tätig. Ob es den Raucherhof an meiner Schule gibt weiß ich nicht, aber ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen.

Foto: (cc) Paul / Flickr

Besonders in Österreich gibt es viele junge Raucher. Wer raucht ist cool, redet man ihnen ein. Foto: (cc) Paul / Flickr

Es geht auch ohne
Damit ziehen wir endlich mit anderen vergleichbaren Ländern nach. Natürlich kann man in Bosnien noch immer unbeschwert rauchen. Aber wollen wir uns mit Ländern wie Bosnien vergleichen? Selbst Italien, wo die Zigarette zum Espresso gehörte und in England, wo verrauchte Pubs zum Kulturgut gehörten, war echter Nichtraucherschutz möglich. Auch dort gab es einen Aufschrei, aber die Gastronomie ist nicht daran zugrunde gegangen.

Anyways. Rein objektiv betrachtet gibt es keinen Grund Tabakrauch in öffentlichen Räumen zuzulassen. Anders als beim Alkohol gefährdet man nämlich mit den „Krebsstängel“ – schönes Wort übrigens – nicht nur selbst, sondern auch die Mitmenschen. Das hebt das Rauchen auf eine ganz andere Ebene. Denn Freiheit endet dort, wo man die Freiheit der anderen einschränkt.

Jetzt habe ich bewusst die medizinischen Argumente außen vor gelassen. Die hat die neue Experteninitiative „dont’t smoke“ ganz gut zusammengefasst.

Mein Highlight:

„In Österreich stirbt jede achte Stunde ein Mensch an den Folgen des Passivrauchens.“

Warum? Ob sich jemand selbst umbringen will, das kann ich nicht verhindern. Aber wenn mich jemand umbringen will, dann ist das etwas anderes. Nichtraucherschutz ist auch Arbeitnehmerschutz. Denn gerade in der heutigen Zeit, wo man sich den Job nicht unbedingt aussuchen kann, ist das umso wichtiger.

Ihre wichtigste Forderung: Ein Rauchverbot in allen Innenräumen, die auch von Nichtrauchern genutzt werden. Anders geht es leider nicht und alles andere ist eine typisch österreichische Wischiwaschi Lösung.

Disclaimer 1: Ich bin Nichtraucher. Jedoch habe ich diese Woche eine kubanische Zigarre geraucht. Eine Hälfte habe ich geschafft. Dann wurde mir erst heiß und dann wurde mir schlecht.

Disclaimer 2: Ich arbeite für die Wirtschaftskammer. In diesem Blogpost vertrete ich jedoch meine persönliche Meinung, die sich bei Teilen der Wirtschaftskammer, etwa den Vertretern der Gastronomie, nicht immer deckt.

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Schottland: Und alle haben gewonnen

Schottland hat nein gesagt. Beim Urlaub zu Ostern war aber vor allem die "Yes" Kampagne präsent.

Schottland hat nein gesagt. Beim Urlaub zu Ostern war aber vor allem die “Yes” Kampagne präsent.

Jetzt hat Schottland abgestimmt und alles ist noch einmal gut gegangen. Also zumindest aus unionistischer Sicht. So knapp war das Rennen schließlich gar nicht und 55 Prozent haben sich für den Verbleib im Vereinigten Königreich entschieden. Jetzt kann man also getrost wieder zur Tagesordnung übergehen, möchte man glauben. Doch so einfach ist das nicht.

Denn die Schotten haben gezeigt, dass und wie es geht. Separatismus ist nämlich nicht nur in Großbrittanien (Nordirland, Schottland) en vouge. In ganz Europa gibt es Regionen die sich abspalten wollen. Ich denke da etwa an die Flamen in Belgien, an die Katalanen und die Basken in Spanien. Dann gibt es natürlich noch den Krieg in der Ostukraine, ein besonders kompliziertes Beispiel. Die Südtiroler in Italien und mit etwas schmunzeln meinetwegen auch die Kärntner. Es gibt kaum ein Land in Europa, das nicht über mehr oder weniger starke, autonome und abspaltungswillige Minderheiten gibt.

Das heißt auch das Land jenseits von Hadrians Mauer wird weiterhin zum Vereinigten Königreich und zur EU gehören.

Das heißt auch das Land jenseits von Hadrians Mauer wird weiterhin zum Vereinigten Königreich und zur EU gehören.

Für all diese Minderheiten haben die Schotten jetzt eine grundlegende Roadmap für eine potenzielle Unabhängigkeit gezeichnet. Die Frage ist nur, ob uns, also uns EU-Europäern, so viel Separatismus gut tun. Immerhin geht der europäische Gedanke eigentlich in die andere Richtung. Weg vom Nationalstaat hin zur europäischen Identität. Und doch scheint die Entwicklung weg vom Nationalismus aber dafür zum Mikronationalismus zu gehen. Wer die Streitereien bei der steirischen Gemeindestrukturreform beobachtet kann ein Lied davon singen. Ob das Europa noch regierbar macht, darf man durchaus bezweifeln.

Doch was würde das wirklich für die EU bedeuten? Es wundert mich schon, dass die EU-Verträge, in denen die Regeln auf der politischen Spielwiese „Europäische Union“ festgelegt sind, eben nicht festgelegt ist wie man sich verhalten soll, wenn ein EU-Mitglied sich aufteilt. Das wäre so als ob man bei den Fußballregeln vergisst festzulegen was bei einer roten Karte passiert. Den dass sich Länder aufteilen hat in Europa praktisch Tradition. Aber wie auch immer. Spätestens jetzt wäre es angebracht konkret darüber nachzudenken. Denn jene Minderheiten die auch die Unabhängigkeit anstreben haben in Schottland ein Vorbild gefunden, wie dies auch friedlich gehen kann.

Die Schotten werden aber unabhängiger denn je sein.

Die Schotten werden aber unabhängiger denn je sein.

Das Beispiel Schottland ist – im Gegensatz zum Krieg in der Ukraine – ein gutes Vorbild. Auch das „Referendum“ auf der Krim, wo die Menschen unter vorgehaltener Waffe abstimmen mussten, war kein gutes Beispiel für Demokratie.

Und alle haben in Schottland gewonnen. Die Schotten bleiben zwar im Vereinigten Königreich, können aber mehr Autonomie erwarten. Man wird quasi Unabhängig ohne sich unabhängig zu nenne. Entstehen könnte ein Hongkong-Modell. Quasi ein „Vereinigtes Königreich“ – zwei Systeme. Denn die Tories haben in Schottland eine Chance. Die Engländer konnten ihr Gesicht wahren. Die Europäische Union kann hoffen, dass mit den EU-freundlichen Stimmen der Schotten ein EU-Referendum im Vereinigten Königreich positiv ausfällt. Und die NATO kann sich freuen, dass die Atom-Uboote weiter in Schottland stationiert bleiben.

Zum Thema „Separatismus in Europa“ wird in der kommenden Ausgabe der Steirischen Wirtschaft ein Interview mit dem dem Völkerrechtler Josef Marko erscheinen.

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Ein Photowalk im Skulpturenpark #vmsp

 

Das Wetter beim Photowalk hielt und lieferte schöne Wolkenformationen.

Das Wetter beim Photowalk hielt und lieferte schöne Wolkenformationen.

Monika Meurer hat für das Universalmuseum Joanneum zum Photowalk im Skulpturenpark eingeladen. Und weil Vollmond war habe ich die Gelegenheit genutzt, den Park auch nach 20 Uhr zu besuchen. Denn normalerweise wird man spätestens um acht Uhr Abends vom Sicherheitsdienst aus dem Park geworfen. Dabei sind Skulpturen in der Nacht ein wirklich dankbares Fotomotiv.

 

 

"Fooling around" mit einem befreundeten Hobbyfotografen.

“Fooling around” mit einem befreundeten Hobbyfotografen.

Organisiert war die Veranstaltung vorbildlich. Der Sicherheitsmann wusste Bescheid und gab auch Tipps wo wir hingehen sollten. Und er war ein echter Experte, geht er doch praktisch jede Nacht durch den nächtlichen Park. Auch die Versorgung hat toll geklappt: Freibier gabs von Stiegl der Brauerei mit der ich aufgewachsen bin. Kaffee und Tee steuerte der Traditionsröster J. Hornig bei. Was will man mehr.

Ein schöner Bogen.

Ein schöner Bogen, der fotografiert gehört.

Ein trockenes Wetter. Und auch hier wurden wir gnädig bedacht. Denn so selbstverständlich ist es im Jahr 2014 nicht, dass man eine trockene Nacht bekommt. Auch der Wetterbericht verhieß nichts gutes, weshalb ein Grazer Fotoclub sogar die Veranstaltung voreilig abgesagt hat. Trotzdem sind die Grazer Fotografen zahlreich gekommen. Rund 30 Knipser tummelten sich im Park und nicht ein Tropfen fiel vom Himmel.

 

Auch zur blauen Stunde.

Auch zur blauen Stunde.

Entstanden sind wahrscheinlich viele Fotos, die weit besser sind als meine. Meine bescheidenen Werke könnt ihr hier im Post betrachten. Wer zufriedener mit seinen Fotos war konnte sich auch einschicken. Sie werden derzeit im Foyer des Grazer Kunsthauses ausgestellt. In Summe war es eine spannende Veranstaltung. Wenn es wieder so etwas gibt, komme ich gern wieder.

Doch schließlich kam der Mond hinter den Wolken hervor. Es war eine tolle Stimmung.

Doch schließlich kam der Mond hinter den Wolken hervor. Es war eine tolle Stimmung.

Bis der Mond kam galt es andere Lichtquellen zu nutzen.

Bis sich der Mond jedoch heraus traute, galt es andere Lichtquellen zu nutzen.

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Zu Besuch beim Flohmarkt: “Nur das Beste fürs Schwein”

Kunstgeschichtestudent Maurice verdient sich am Flohmarkt ein Zubrot.

Kunstgeschichtestudent Maurice verdient sich am Flohmarkt ein Zubrot.

Heute bin ich in einer komplett neue Welt eingetaucht. Ich bin heute, an einem Sonntag!, um sechs Uhr früh aufgestanden und bin zum Flohmarkt gefahren. Warum so früh? Weil ich noch einigermaßen vernünftige Fundstücke finden wollte. Wer zu Mittag kommt bekommt doch nur noch den letzten Ramsch. Nun, zugegeben, ich kenne Flohmärkte natürlich. Aber bisher habe ich in Österreich selten etwas Spannendes gefunden. Fündiger wurde

Monikas ganzer Stolz, eine Schusterkiste die mehr als 100 Jahre alt ist.

Monikas ganzer Stolz, eine Schusterkiste die mehr als 100 Jahre alt ist.

ich bisher in Kroatien, wo ich eine echt spannende Sanitätstasche gekauft habe, in den USA, wo ich mich regelmäßig mit alten Filmen eingedeckt habe und in England, wo ich immer wieder alte Postkarten entdeckt habe. In Bulgarien habe ich kommunistische Orden entdeckt und in Deutschland werden DDR-Nostalgiker fündig.

Training für Kunsthistoriker Zum Flohmarkt in Andritz hat mich

Da Ergebnis meines Beutezuges.

Da Ergebnis meines Beutezuges.

meine Arbeitskollegin Ulli eingeladen. Er findet einmal im Jahr statt und neben privaten Verkäufern wie Ulli findet man auch einige Profis, die durchaus spannende Fundstücke zu bieten haben. Und für manchen Verkäufer ist es wohl auch ein dankbares Trainingsfeld. Für Maurice etwa. Seine Großeltern betreiben einen Antiquitätenladen am Grazer Kaiser-Josef-Platz. Die Faszination fürs Alte hat er so quasi in

Nur das beste fürs Schwein. Das gibt es bei meiner Arbeitskollegin Ulli.

Nur das beste fürs Schwein und auch jede Menge anderer lustige Sachen. Das gibt es bei meiner Arbeitskollegin Ulli.

die Wiege gelegt bekommen, interessanter Gedanke eigentlich, und so wundert es wohl nicht, dass Maurice Kusntgeschichte studiert. Damit er aber auch etwas gescheites lernt und danach auch Möbel restaurieren kann, wird er nach dem Studium noch eine Tischlerlehre anhängen. Bis dahin verdient sich Maurice auf Flohmärkten sein Zubrot. Und einige spannende Fundstücke konnte ich bei ihm gleich mitnehmen. Geködert hat er mich mit einem alten Locher, den er mir geschenkt hat. Perfekt für meine Nostalgie-Ecke. Mitgenommen habe ich dann noch fünf Postkarten (aus den Jahren 1900, 1905, 1911, 1924 und 1948) und eine Zeitungsklemme. Am Nachbarstand habe ich dann noch bei Monika die Jubiläumsausgabe der Volkszeitung vom 31. März 1935. Sie räumt gerade den Dachboden ihres Großvaters aus, zumindest erzählt sie mir das. Ihr ganzer Stolz ist eine Schusterkiste. 120 Euro will sie dafür haben. Immerhin sei sie uralt, die Jahreszahlen 1910 bis 1913 zieren die Kiste. Als ein Halbstarker den Preis wissen will, lächelt er nur ungläubig und geht schnell weiter.

Alte Spiele von Privatverkäufern
Günstige Preise gibt es hundert Meter weiter. Dort wo die privaten Gelegenheitsverkäufer ihren Keller ausräumen. Dort gibt es alte Brettspiele und alte Spielkonsolen. Erschreckend, die Nintendo Wii Konsole ist doch noch nicht so alt, dass man sie am Flohmarkt findet. Auch meine Arbeitskollegin Ulli hat einen kleinen Stand. Und wer Ulli kennt weiß, dass es dort jede Menge lustige Fundstücke zu finden gibt. Ein T-Shirt das Schweine-Mastfutter bewirbt etwa: „Nur das Beste fürs Schwein.“  Wobei: Nur wenige Meter von Ullis Stand entfernt habs dann auch das Schwein dazu. Es hat sich ganz entspannt am Spieß gedreht.

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