Das Grazer Tesla Taxi: 300 PS ohne Brmmtata

Kennt ihr dieses Lied? Letztens habe ich mich bei einer Taxifahrt durch Graz so gefühlt. Naja fast. Hört euch das Lied an und ich werde es euch erklären.


300 PS. Naja um genau zu ein 367 PS. So viel Power hat nämlich das neue Tesla-Taxi in Graz. Was fehlt ist aber dieses kräftige Gurgeln, das so starke Autos für gewöhnlich produzieren. 300 PS und das ohne Brmmtata. Ein Hammer. Vor allem dann, wenn das Taxi an der Ampel jede andere Kiste stehen lässt. Denn der Elektromotor zieht, das glaubt man gar nicht. Noch nie wurde ich in einem Taxi so in den Sitz gedrückt.

Fotocredit: Creative Commons. Flickr. Steve Jurvetson.

Tesla-Fahren hat Style. Selbst wenn man nur am Beifahrersitz Platz nimmt. Fotocredit: Creative Commons. Flickr. Steve Jurvetson.

Seit Juli gibt es in Graz ein e-Taxi und nicht nur, dass dieses Fahrzeug leise ist, es zeigt auch Style. Das beginnt mir den Türklinken die man einziehen kann und hört mit dem überdimensionierten Touchscreen in der Mittelkonsole auf. Dass es sich dabei nicht um einen Renault Zoe handelt ist klar. Es muss schon ein Tesla sein, um als Taxi zu überzeugen.

Dazu passte es, dass ich nach langer Zeit wieder einmal einen echten Scoop in der “Steirischen Wirtschaft” recherchieren könnte. Tesla plant nämlich einen Standort in Graz. Wofür der Standort genutzt wird ist noch nicht bekannt, aber von anderen Medien wurde das gerne aufgenommen. Vom ORF über die Styria Medien bis zur Krone, alle waren dabei. Und dabei ist es auch egal ob es sich nur um einen Verkaufsstandort oder doch um ein Forschungsprojekt handelt. In beiden Fällen wird es ein Auftrieb für die Elektromobilität in Graz sein.

Es wird also wohl auf jeden Fall nicht bei dem einen Tesla-Taxi bleiben. Aber um sich auf das Zeitalter der Elektroautos einzustimmen könnte man den Grazer Pionier einmal ausprobieren. Keine Sorge, die Fahrt kostet nicht mehr als beim normalen Diesel-Taxi. Nur auf die Ladung Feinstaub muss man verzichten. Und auf das Brmmtata muss man verzichten.

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Ein Laie trinkt Bier VI: up Beer – Glutenfrei

Das up Beer. Schaum sieht anders aus.

Das up Beer. Schaum sieht anders aus.

Mit dem up Beer habe ich heute ein ganz besonders Bier in mein Glas gefüllt. Ingo, ein Freund der eben von seiner Weltreise zurückgekommen ist, hat nämlich das „up Beer“ vorbeigebracht. Das wichtigste Feature des Bieres ist ein ernährungstechnisches. Das Bier ist glutenfrei und nachdem Ingo sich bemüht glutenfrei zu leben war es biertechnisch seine erste Wahl. Gebraut wird das „up Beer“ im oberösterreichischen Grieskirchen in der Brauerei Malt ‘n’ More.

Biername: up Beer Glutenfrei
Herkunftsland:Österreich
Hersteller: Malt ‘n’ More
Bierart:Lagerbier
Alkoholgehalt: 4,5 Prozent vol.
Verschlussart: Kronkorken
Zutaten: Wasser, Hirsemalt, Maismalz, Buchweizenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Getestete Flaschengröße: 0,33 Liter Flasche

Das Bier kommt im Vierer Pack mit 0,33 Liter Flaschen. Gut gekühlt und eingeschenkt bildet sich ein sehr grober Schaum, der innerhalb weniger Sekunden zerfällt. Optisch präsentiert sich das up Beer goldgelb aber nicht allzuhell. Deutlich ist die Kohlensäure die sehr intensiv ausperlt. Das merkt man auch beim ersten Schluck der die Kohlensäure intensiv über die Zunge tanzen lässt. Beim zweiten Schluck hingegen habe ich mich ganz auf die hopfige Note und den deutlichen Hirsegeschmack im Abgang konzentriert. Das macht zwar gewöhnungsbedürftig, macht es aber gerade für jene die Gluten nicht vertragen zu einer guten Alternative. Wie bei anderen „Diätlebensmittel“ schlägt sich die glutenfreiheit leider auch beim Preis nieder. Im österreichischen Supermarkt kosten die vier „Seiterlflaschen“ stolze 6,49 Euro. Kein billiges Vergnügen also.

 

Der Biersiedertest hat sich beim up Beer diesmal ausgezahlt.

Der Biersiedertest hat sich beim up Beer diesmal ausgezahlt.

Der Biersieder-Test
Der Biersiedertest ist diesmal etwas eigenartig. Denn ich glaube tatsächlich, dass da Bier nicht ganz so kalt besser schmeckt. Endlich tritt eine Duftnote in Erscheinung. Das macht das Bier echter. Geschmacklich hat das up Beer gar nicht abgebaut. Die Kohlensäure hält sich erstaunlich gut und die charakteristische Hirsenote bleibt gut erhalten.

Das Etikett
Das Etikett des up Beers ist leider recht uninspiriert. Goldiger Hintergrund bei dem offensichtlich ein Bier eingeschenkt wird. Die Wortbildmarke könnte genauso als Wordart durchgehen. Bemerkenswert ist, dass die Zutaten auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch präsentiert werden.

Gesamteindruck
Das up Beer gefällt mir besser als erwartet. Es ist gewöhnungsbedürftig aber durchaus genießbar. Besonders der Biersiedertest hat mich beeindruckt. Rein preislich ist es eher ein Bier, das man wohl wirklich nur aus Ernährungstechnischen gründen trinken würde. Ganz abgesehen davon, finde ich solche Bierexperimente recht spannend. Mein Fazit mit vorbehalten daher: Trinkempfehlung

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Rauchen: Der K(r)ampf um die Tschick

Foto: (cc) Blu News /Flickr

In Österreich herrscht umfassender Raucherschutz. Foto: (cc) Blu News /Flickr

Es gibt viele Dinge die man nicht verstehen muss und trotzdem sind sie gut. Manche Dinge sind aber so irrational, hirnrissig und so offensichtlich dumm und trotzdem passieren sie. Trotzdem erfahren sie gesellschaftliche Akzeptanz und gehören zu unserem Alltag wie kaum etwas anderes.

Ich rede vom Rauchen. Tabak gehört so sehr zu unserer Gesellschaft, dass sich sehr viel danach ausrichtet. Man kann rund um die Uhr Zigaretten kaufen, ohne Alterskontrolle. An jeder Ecke stehen Zigarettenautomaten und wenn die Zigarettenpreise steigen geht ein Aufschrei durch die Gesellschaft.

In meiner Schule gab es einen Raucherhof. Das heißt wir Schüler konnten in den Pausen hinaus und eine „entspannte“ Zigarette rauchen. Es kam sogar vor, dass Lehrer sich mit Schülern verbrüderten und eine Zigarette „geschnorrt“ haben. Ja die Raucher waren sogar einer der Gründe warum an meiner Schule die Hausschuhpflicht abgeschafft wurden. Man konnte es den Rauchern nicht zumuten mit Patschen auf den Hof zu gehen. Ein großer und bejubelter Erfolg der damaligen Schülervertretung. Im Nachhinein betrachtet war es ein klares Zeichen dafür, dass Rauchen nun einmal zu uns dazu gehört. Und die Raucher waren die coolen Kinder. Das hat sich scheinbar nicht geändert. Besonders in Österreich ist das Einstiegsalter der Raucher sehr niedrig.

Foto: (cc) ConstiAB / Flickr

Jede Menge verbranntes Geld. Foto: (cc) ConstiAB / Flickr

Es scheint Rauchern nicht zumutbar zu sein
Später in Graz kam es zum nächsten großen Raucher-Aufschrei in meinem Umfeld. Ich habe beim Roten Kreuz als ehrenamtlicher Sanitäter angefangen und es war selbstverständlich, dass im großen Aufenthaltsraum geraucht wurde. Als ein generelles Rauchverbot auf der gesamten Dienststelle erlassen wurde ging ein großer Aufschrei durch die Mannschaft. Radikale Raucher drohten nicht mehr als ehrenamtliche Sanitäter zu arbeiten, wenn sie nicht im Aufenthaltsraum rauchen dürften. „Es war schon immer so und es hat nie jemanden gestört“, hieß es. Es galt als unzumutbar, dass Raucher sich auf die überdachte Terrasse begeben. Sie fühlten sich in die Kälte verbannt. Als zumutbar wurde jedoch angesehen den vielen Nichtrauchern unter den Sanitätern stinkende Nebelschwaden ins Gesicht zu blasen. Und das bei einer Truppe die eigentlich angetreten ist um die Gesundheit einer Stadt zu fördern. Klingt doch recht absurd. Aber gut, wenn man sich die Zahl der rauchenden Ärzte ansieht, weiß man wie irrational die Welt manchmal ist.

Seitdem diesen Erlebnissen hat sich sogar in Österreich in Sachen Nichtraucherschutz einiges getan aber bei weitem nicht genug. Auf der Rot-Kreuz-Dienststelle wird nur mehr auf der Terrasse geraucht. Die radikalen Raucher sind noch immer beim Roten Kreuz tätig. Ob es den Raucherhof an meiner Schule gibt weiß ich nicht, aber ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen.

Foto: (cc) Paul / Flickr

Besonders in Österreich gibt es viele junge Raucher. Wer raucht ist cool, redet man ihnen ein. Foto: (cc) Paul / Flickr

Es geht auch ohne
Damit ziehen wir endlich mit anderen vergleichbaren Ländern nach. Natürlich kann man in Bosnien noch immer unbeschwert rauchen. Aber wollen wir uns mit Ländern wie Bosnien vergleichen? Selbst Italien, wo die Zigarette zum Espresso gehörte und in England, wo verrauchte Pubs zum Kulturgut gehörten, war echter Nichtraucherschutz möglich. Auch dort gab es einen Aufschrei, aber die Gastronomie ist nicht daran zugrunde gegangen.

Anyways. Rein objektiv betrachtet gibt es keinen Grund Tabakrauch in öffentlichen Räumen zuzulassen. Anders als beim Alkohol gefährdet man nämlich mit den „Krebsstängel“ – schönes Wort übrigens – nicht nur selbst, sondern auch die Mitmenschen. Das hebt das Rauchen auf eine ganz andere Ebene. Denn Freiheit endet dort, wo man die Freiheit der anderen einschränkt.

Jetzt habe ich bewusst die medizinischen Argumente außen vor gelassen. Die hat die neue Experteninitiative „dont’t smoke“ ganz gut zusammengefasst.

Mein Highlight:

„In Österreich stirbt jede achte Stunde ein Mensch an den Folgen des Passivrauchens.“

Warum? Ob sich jemand selbst umbringen will, das kann ich nicht verhindern. Aber wenn mich jemand umbringen will, dann ist das etwas anderes. Nichtraucherschutz ist auch Arbeitnehmerschutz. Denn gerade in der heutigen Zeit, wo man sich den Job nicht unbedingt aussuchen kann, ist das umso wichtiger.

Ihre wichtigste Forderung: Ein Rauchverbot in allen Innenräumen, die auch von Nichtrauchern genutzt werden. Anders geht es leider nicht und alles andere ist eine typisch österreichische Wischiwaschi Lösung.

Disclaimer 1: Ich bin Nichtraucher. Jedoch habe ich diese Woche eine kubanische Zigarre geraucht. Eine Hälfte habe ich geschafft. Dann wurde mir erst heiß und dann wurde mir schlecht.

Disclaimer 2: Ich arbeite für die Wirtschaftskammer. In diesem Blogpost vertrete ich jedoch meine persönliche Meinung, die sich bei Teilen der Wirtschaftskammer, etwa den Vertretern der Gastronomie, nicht immer deckt.

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Schottland: Und alle haben gewonnen

Schottland hat nein gesagt. Beim Urlaub zu Ostern war aber vor allem die "Yes" Kampagne präsent.

Schottland hat nein gesagt. Beim Urlaub zu Ostern war aber vor allem die “Yes” Kampagne präsent.

Jetzt hat Schottland abgestimmt und alles ist noch einmal gut gegangen. Also zumindest aus unionistischer Sicht. So knapp war das Rennen schließlich gar nicht und 55 Prozent haben sich für den Verbleib im Vereinigten Königreich entschieden. Jetzt kann man also getrost wieder zur Tagesordnung übergehen, möchte man glauben. Doch so einfach ist das nicht.

Denn die Schotten haben gezeigt, dass und wie es geht. Separatismus ist nämlich nicht nur in Großbrittanien (Nordirland, Schottland) en vouge. In ganz Europa gibt es Regionen die sich abspalten wollen. Ich denke da etwa an die Flamen in Belgien, an die Katalanen und die Basken in Spanien. Dann gibt es natürlich noch den Krieg in der Ostukraine, ein besonders kompliziertes Beispiel. Die Südtiroler in Italien und mit etwas schmunzeln meinetwegen auch die Kärntner. Es gibt kaum ein Land in Europa, das nicht über mehr oder weniger starke, autonome und abspaltungswillige Minderheiten gibt.

Das heißt auch das Land jenseits von Hadrians Mauer wird weiterhin zum Vereinigten Königreich und zur EU gehören.

Das heißt auch das Land jenseits von Hadrians Mauer wird weiterhin zum Vereinigten Königreich und zur EU gehören.

Für all diese Minderheiten haben die Schotten jetzt eine grundlegende Roadmap für eine potenzielle Unabhängigkeit gezeichnet. Die Frage ist nur, ob uns, also uns EU-Europäern, so viel Separatismus gut tun. Immerhin geht der europäische Gedanke eigentlich in die andere Richtung. Weg vom Nationalstaat hin zur europäischen Identität. Und doch scheint die Entwicklung weg vom Nationalismus aber dafür zum Mikronationalismus zu gehen. Wer die Streitereien bei der steirischen Gemeindestrukturreform beobachtet kann ein Lied davon singen. Ob das Europa noch regierbar macht, darf man durchaus bezweifeln.

Doch was würde das wirklich für die EU bedeuten? Es wundert mich schon, dass die EU-Verträge, in denen die Regeln auf der politischen Spielwiese „Europäische Union“ festgelegt sind, eben nicht festgelegt ist wie man sich verhalten soll, wenn ein EU-Mitglied sich aufteilt. Das wäre so als ob man bei den Fußballregeln vergisst festzulegen was bei einer roten Karte passiert. Den dass sich Länder aufteilen hat in Europa praktisch Tradition. Aber wie auch immer. Spätestens jetzt wäre es angebracht konkret darüber nachzudenken. Denn jene Minderheiten die auch die Unabhängigkeit anstreben haben in Schottland ein Vorbild gefunden, wie dies auch friedlich gehen kann.

Die Schotten werden aber unabhängiger denn je sein.

Die Schotten werden aber unabhängiger denn je sein.

Das Beispiel Schottland ist – im Gegensatz zum Krieg in der Ukraine – ein gutes Vorbild. Auch das „Referendum“ auf der Krim, wo die Menschen unter vorgehaltener Waffe abstimmen mussten, war kein gutes Beispiel für Demokratie.

Und alle haben in Schottland gewonnen. Die Schotten bleiben zwar im Vereinigten Königreich, können aber mehr Autonomie erwarten. Man wird quasi Unabhängig ohne sich unabhängig zu nenne. Entstehen könnte ein Hongkong-Modell. Quasi ein „Vereinigtes Königreich“ – zwei Systeme. Denn die Tories haben in Schottland eine Chance. Die Engländer konnten ihr Gesicht wahren. Die Europäische Union kann hoffen, dass mit den EU-freundlichen Stimmen der Schotten ein EU-Referendum im Vereinigten Königreich positiv ausfällt. Und die NATO kann sich freuen, dass die Atom-Uboote weiter in Schottland stationiert bleiben.

Zum Thema „Separatismus in Europa“ wird in der kommenden Ausgabe der Steirischen Wirtschaft ein Interview mit dem dem Völkerrechtler Josef Marko erscheinen.

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Ein Photowalk im Skulpturenpark #vmsp

 

Das Wetter beim Photowalk hielt und lieferte schöne Wolkenformationen.

Das Wetter beim Photowalk hielt und lieferte schöne Wolkenformationen.

Monika Meurer hat für das Universalmuseum Joanneum zum Photowalk im Skulpturenpark eingeladen. Und weil Vollmond war habe ich die Gelegenheit genutzt, den Park auch nach 20 Uhr zu besuchen. Denn normalerweise wird man spätestens um acht Uhr Abends vom Sicherheitsdienst aus dem Park geworfen. Dabei sind Skulpturen in der Nacht ein wirklich dankbares Fotomotiv.

 

 

"Fooling around" mit einem befreundeten Hobbyfotografen.

“Fooling around” mit einem befreundeten Hobbyfotografen.

Organisiert war die Veranstaltung vorbildlich. Der Sicherheitsmann wusste Bescheid und gab auch Tipps wo wir hingehen sollten. Und er war ein echter Experte, geht er doch praktisch jede Nacht durch den nächtlichen Park. Auch die Versorgung hat toll geklappt: Freibier gabs von Stiegl der Brauerei mit der ich aufgewachsen bin. Kaffee und Tee steuerte der Traditionsröster J. Hornig bei. Was will man mehr.

Ein schöner Bogen.

Ein schöner Bogen, der fotografiert gehört.

Ein trockenes Wetter. Und auch hier wurden wir gnädig bedacht. Denn so selbstverständlich ist es im Jahr 2014 nicht, dass man eine trockene Nacht bekommt. Auch der Wetterbericht verhieß nichts gutes, weshalb ein Grazer Fotoclub sogar die Veranstaltung voreilig abgesagt hat. Trotzdem sind die Grazer Fotografen zahlreich gekommen. Rund 30 Knipser tummelten sich im Park und nicht ein Tropfen fiel vom Himmel.

 

Auch zur blauen Stunde.

Auch zur blauen Stunde.

Entstanden sind wahrscheinlich viele Fotos, die weit besser sind als meine. Meine bescheidenen Werke könnt ihr hier im Post betrachten. Wer zufriedener mit seinen Fotos war konnte sich auch einschicken. Sie werden derzeit im Foyer des Grazer Kunsthauses ausgestellt. In Summe war es eine spannende Veranstaltung. Wenn es wieder so etwas gibt, komme ich gern wieder.

Doch schließlich kam der Mond hinter den Wolken hervor. Es war eine tolle Stimmung.

Doch schließlich kam der Mond hinter den Wolken hervor. Es war eine tolle Stimmung.

Bis der Mond kam galt es andere Lichtquellen zu nutzen.

Bis sich der Mond jedoch heraus traute, galt es andere Lichtquellen zu nutzen.

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Zu Besuch beim Flohmarkt: “Nur das Beste fürs Schwein”

Kunstgeschichtestudent Maurice verdient sich am Flohmarkt ein Zubrot.

Kunstgeschichtestudent Maurice verdient sich am Flohmarkt ein Zubrot.

Heute bin ich in einer komplett neue Welt eingetaucht. Ich bin heute, an einem Sonntag!, um sechs Uhr früh aufgestanden und bin zum Flohmarkt gefahren. Warum so früh? Weil ich noch einigermaßen vernünftige Fundstücke finden wollte. Wer zu Mittag kommt bekommt doch nur noch den letzten Ramsch. Nun, zugegeben, ich kenne Flohmärkte natürlich. Aber bisher habe ich in Österreich selten etwas Spannendes gefunden. Fündiger wurde

Monikas ganzer Stolz, eine Schusterkiste die mehr als 100 Jahre alt ist.

Monikas ganzer Stolz, eine Schusterkiste die mehr als 100 Jahre alt ist.

ich bisher in Kroatien, wo ich eine echt spannende Sanitätstasche gekauft habe, in den USA, wo ich mich regelmäßig mit alten Filmen eingedeckt habe und in England, wo ich immer wieder alte Postkarten entdeckt habe. In Bulgarien habe ich kommunistische Orden entdeckt und in Deutschland werden DDR-Nostalgiker fündig.

Training für Kunsthistoriker Zum Flohmarkt in Andritz hat mich

Da Ergebnis meines Beutezuges.

Da Ergebnis meines Beutezuges.

meine Arbeitskollegin Ulli eingeladen. Er findet einmal im Jahr statt und neben privaten Verkäufern wie Ulli findet man auch einige Profis, die durchaus spannende Fundstücke zu bieten haben. Und für manchen Verkäufer ist es wohl auch ein dankbares Trainingsfeld. Für Maurice etwa. Seine Großeltern betreiben einen Antiquitätenladen am Grazer Kaiser-Josef-Platz. Die Faszination fürs Alte hat er so quasi in

Nur das beste fürs Schwein. Das gibt es bei meiner Arbeitskollegin Ulli.

Nur das beste fürs Schwein und auch jede Menge anderer lustige Sachen. Das gibt es bei meiner Arbeitskollegin Ulli.

die Wiege gelegt bekommen, interessanter Gedanke eigentlich, und so wundert es wohl nicht, dass Maurice Kusntgeschichte studiert. Damit er aber auch etwas gescheites lernt und danach auch Möbel restaurieren kann, wird er nach dem Studium noch eine Tischlerlehre anhängen. Bis dahin verdient sich Maurice auf Flohmärkten sein Zubrot. Und einige spannende Fundstücke konnte ich bei ihm gleich mitnehmen. Geködert hat er mich mit einem alten Locher, den er mir geschenkt hat. Perfekt für meine Nostalgie-Ecke. Mitgenommen habe ich dann noch fünf Postkarten (aus den Jahren 1900, 1905, 1911, 1924 und 1948) und eine Zeitungsklemme. Am Nachbarstand habe ich dann noch bei Monika die Jubiläumsausgabe der Volkszeitung vom 31. März 1935. Sie räumt gerade den Dachboden ihres Großvaters aus, zumindest erzählt sie mir das. Ihr ganzer Stolz ist eine Schusterkiste. 120 Euro will sie dafür haben. Immerhin sei sie uralt, die Jahreszahlen 1910 bis 1913 zieren die Kiste. Als ein Halbstarker den Preis wissen will, lächelt er nur ungläubig und geht schnell weiter.

Alte Spiele von Privatverkäufern
Günstige Preise gibt es hundert Meter weiter. Dort wo die privaten Gelegenheitsverkäufer ihren Keller ausräumen. Dort gibt es alte Brettspiele und alte Spielkonsolen. Erschreckend, die Nintendo Wii Konsole ist doch noch nicht so alt, dass man sie am Flohmarkt findet. Auch meine Arbeitskollegin Ulli hat einen kleinen Stand. Und wer Ulli kennt weiß, dass es dort jede Menge lustige Fundstücke zu finden gibt. Ein T-Shirt das Schweine-Mastfutter bewirbt etwa: „Nur das Beste fürs Schwein.“  Wobei: Nur wenige Meter von Ullis Stand entfernt habs dann auch das Schwein dazu. Es hat sich ganz entspannt am Spieß gedreht.

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Slowakei: Wenn Geschichten auf der Straße liegen bleiben

Kennt ihr das, wenn man unterwegs ist und es springen einem einfach die Geschichten entgegen? Mir geht es eigentlich immer so, wenn ich unterwegs bin. Ob es nun in Cornwall war, wo ein es vor allem soft Geschichten waren oder in Schottland, wo wir eine Reihe von Individualisten, Kleinunternehmern und spannende Typen kennengelernt haben. Da war der Hostel-Betreiber in Uig, einem Dorf mit wenig mehr als einer Anlegestelle. Die Familie die ein kleines Freiluftmuseum betreibt und untereinander auf Gälisch spricht. Der Pub-Besitzer der erst vor kurzem seine Bar eröffnet hat. Das Ehepaar, das sich in den Kopf gesetzt hat nordenglischen Wein zu keltern oder mein Hostel-Zimmerkollege, der seine Pension damit verbringt im unwirtlichen Schottland die Einsamkeit der Wanderung zu genießen.

Die Geschichten gibt es überall und bei jeder Reise, besonders wenn man auf den all-inclusive Mist verzichtet. Und wie es meistens so ist, wirklich Zeit zur Recherche oder für tiefergehende Gespräche bleibt meistens nicht.

Teilweise muss die Autobahn in der Slowakei noch gebaut werden.

Teilweise muss die Autobahn in der Slowakei noch gebaut werden.

Vor Kurzem war ich zwei Tage in der Slowakei. Der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Bratislava war so freundlich und hat mir das Land gezeigt. Wir haben steirische Unternehmen besucht, die oft schon seit Jahrzehnten im Land tätig sind. Das Ziel war eine Reportage über ein Land zu schreiben, über das kaum berichtet wird. Soweit so gut. Das hat auch sehr gut funktioniert und durch die durchgeplante Organisation der Reise konnten wir sehr viel abdecken. Besonders die Gespräche mit den Unternehmern und Managern aber auch mit dem Wirtschaftsdelegierten Patrick Sagmeister selbst waren sehr spannend.

Auch solche Läden finden sich in mittelslowakischen Städten.

Auch solche Läden finden sich in mittelslowakischen Städten.

Doch eines ist aufgrund der wirklich kurzen Reise leider auf der Strecke geblieben. Da waren die Hipster-Lokale in Banska Stiavnica. Die Weingüter an denen wir vorbei gefahren sind. Die kleinen Brauereien, die die Biertradition hochhalten. Aber auch die wachsenden Konflikte mit der Minderheit der Roma und Sinti. Die Ghettos in Kosice haben wir nur von der Autobahn aus gesehen. Die fehlende Kaufkraft im Land werde ich in den kommenden Wochen noch

Auch moderne Lokale, die man auch in Graz finden würde, verstecken sich in den renovierten Innenstädten.

Auch moderne Lokale, die man auch in Graz finden würde, verstecken sich in den renovierten Innenstädten.

thematisieren. Es scheint könnte Monate in der Slowakei verbringen und täglich Geschichten aufgabeln. Und so geht es mir in vielen Ländern. Vorerst ist eine Wirtschaftsreportage im Entstehen, die erst in der Steirischen Wirtschaft und in weiterer Folge wohl etwas ausführlicher im Blog zu lesen sein wird. Auch auf das eine oder andere bierige Highlight könnt ihr euch freuen. Und eines ist sicher, es wird nicht meine letzte Reise in die Slowakei gewesen sein. Denn obwohl ich diesmal viele Geschichten auf der Straße liegen gelassen habe. Ich werde sie mir früher oder später noch holen.

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Ich bin ein Mikrokredit-Hai – hoffentlich ein guter

Pedro schuldet mir Geld.

Pedro schuldet mir Geld.

Ich bin ja eigentlich kein großer Spender. Zumindest was Geldspenden anbelangt. Ich habe noch nie ein offenes Ohr für die Spendenkeiler am Jakominiplatz gehabt und auch andere Spendenaufrufe habe ich nie erhört. Das lag wohl auch daran, dass ich als freier Journalist nicht das regelmäßige Einkommen hatte um viel zu spenden. Aber auch der Umstand, dass ich ohnehin viel Zeit in Form meiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim Roten Kreuz gespendet habe, hat mich davon abgehalten.

Bis vergangenen Februar. Damals habe ich zum ersten Mal Geld für die gute Sache in die Hand genommen. Was daraus geworden ist, möchte ich euch hier berichten.

Im Grunde war es eine Impulsentscheidung. Ich hatte einen neuen Job und endlich ein wirklich geregeltes Einkommen. Doch die Überlegung etwas zu spenden war auf keinem Fall auf meinem Radar. Bis Clemens Maria Schuster von der Schweizer PR-Agentur „Hofrat Suess“ von seinem Mikrokredit-Engagement auf seiner Facebook Timeline berichtet hat.

Mikrokredit, das klang interessant. Immerhin heißt Kredit auch zurückzahlen und zurückzahlen heißt, dass es ja eigentlich kein spenden ist. Das war mir sympatisch, denn es kommt dem Grundsatz „don’t give a fish, teach how to fish“, der mir sehr gefällt, recht nahe. Also habe ich Clemens kontaktiert und er hat mir von der Plattform „Kiva“ erzählt. Dabei handelt es sich um eine Online-Plattform die mit verschiedenen Mikrokreditgebern zusammenarbeiten. Man zahlt ein Startkapital – in meinem Fall 50 Dollar – ein und kann dann aus verschiedenen Projekten auswählen die man unterstützt. Diese kann man mit mindestens 25 Dollar unterstützen.

In meinem Fall habe ich folgende Projekte ausgewählt:

25 Dollar gingen an Pedro Juan aus El Salvador. Er ist Elektriker und brauchte einen Mikrokredit für Baumaterial. Mit den 325 Dollar, die er bekommen hat kaufte er elektrische Schalter, Kabelschächte, Sicherungen und Kabel. Er hat versprochen den Kredit innerhalb von 12 Monaten zurückzuzahlen und dieses Versprechen hat er bis jetzt übererfüllt. 66 Prozent seines Kredits hat er bereits abgestottert.

Gevorg will seine Fabrik aufbauen.

Gevorg will seine Fabrik aufbauen.

Die zweite Hälfte meiner Investitionssumme ging an ein europäisches Projekt. Gevorg aus Armenien betreibt gemeinsam mit seinem Bruder eine kleine Serviettenmanufaktur. Eine Fabrik kann man das kaum nennen, denn im Prinzip produziert eine kleine alte Maschine die Servietten. Sein Bruder kümmert sich um die Produktion und Gevorg hat den Vertrieb übernommen. Er beliefert rund 500 Läden und ein paar Fast-Food-Restaurants mit seinem Produkt. Um mehr Servietten produzieren zu können müssen sie einiges an Rohmaterial vorfinanzieren und hier ist der Mikrokredit eingesprungen. 1,700 Dollar sind zusammengekommen, 25 Dollar davon kamen aus meiner Tasche. Eine so große Summe braucht natürlich auch länger mit der Rückzahlung. 32 Monate sind das Ziel und bis jetzt sind sie auf jeden Fall im Plan, denn 16 Prozent des Kredites sind bereits zurückgezahlt.

Mein Portfolio zeigt, dass beide Kreditnehmer ihre Schulden zurückzahlen.

Mein Portfolio zeigt, dass beide Kreditnehmer ihre Schulden zurückzahlen.

Da das Geld schön langsam wieder auf mein Konto zurückgezahlt wird, kann ich mir jetzt überlegen, welches Projekt ich als nächstes unterstützen will. Dabei gehe ich nach einigen persönlichen Kriterien vor. Ich unterstütze vor allem Geschäfte, also Leute die aus dem Kredit ihre Arbeit bestreiten wollen. Außerdem habe ich Zugriff auf die Daten der einzelnen Kreditorganisationen. Dabei schaue ich mir vor allem die „Default rate“ an, also die Ausfallsrate. Ich will ja mein Geld wieder zurück bekommen. Übrigens kann ich das Geld das auf meinem Konto liegt auch wieder zurückfordern. Das Risiko besteht also in erster Linie im Währungsrisiko, da die Kredite in lokaler Währung ausgezahlt werden.

Was bleibt ist also ein Nullsummenspiel, und trotzdem hat man den Menschen mit geringen Summen geholfen. Wirklich kümmern muss ich mich um die Geschichte auch nicht. Einmal im Monat bekomme ich ein Email, wo mir mitgeteilt wird, dass wieder eine Rückzahlungsrate eingegangen ist. Dann logge ich mich kurz ein, schaue was ich hab und wenn wieder 25 Dollar beisammen sind, dann suche ich mir ein neues Projekt.

Kritik an Mikrokrediten
Natürlich gibt es auch Kritik an Mikrokrediten. Der Service ist nicht unumstritten und manche Studien stellen die Wirkung in Frage. Viele sehen darin in erster Linie ein Geschäftsmodell der Finanzwirtschaft. Hauptkritikpunkt ist aber, dass viele Kreditnehmer nicht das Wissen hätten um erfolgreich als Kleinunternehmer zu arbeiten. Dieses Risiko versuche ich durch die Auswahl der Projekte und der Kreditvergeber zu minimieren. In Summe halte ich das System für sehr spannend.

 

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Ein Laie trinkt Bier V: Tuzlanski Pilsner

Tuzslanski Pilsner, das Standard Bier aus der bosnischen Stadt Tuzla.

Tuzslanski Pilsner, das Standard Bier aus der bosnischen Stadt Tuzla.

Mit dem Tuzlanski Pilsner will ich die Serie der Balkanbiere abschließen. Nachdem ich bereits das Schwarzbier aus der Pivara Tuzla vorgestellt habe, möchte ich die Gelegenheit nutzen und auch die Hauptmarke, nämlich des Pils aus Tuzla vorstellen. . Kennengelernt habe ich das Bier bei meinem Bosnien-Abenteuer. Da ich immer wieder in Tuzla zu Gast war, habe ich es auch immer öfter serviert bekommen. Daher kenne ich dieses Pils schon länger. Besprochen und so bewusst getrunken wie heute habe ich es aber noch nie.

Biername: tuzlanski pilsner
Herkunftsland:Bosnien
Hersteller: Pivara Tuzla d.d.
Bierart:Pils
Alkoholgehalt: 4,7 Prozent vol.
Verschlussart: Kronkorken
Zutaten: Gerstenmal, Maisgrieß, Hopfen, Wasser. 
Getestete Flaschengröße: 0,33 Liter Flasche

Gekauft habe ich dieses Bier, wie die anderen Balkan-Biere, in einem bosnischen Supermarkt. Ich habe mich für die 0,33 Liter Flasche entschieden, obwohl es auch 0,5 Liter Flaschen gibt. Gut gekühlt und eingeschenkt bildet sich ein feiner Schaum, der sich auch ein paar Minuten halten kann. Optisch präsentiert sich das Tuzlanski Pilsner dunkler als etwa das Jelen Pivo von vergangener Woche. So präsentiert sich ein klares goldgelbes Bier bei dem fein die Kohlensäure ausperlt. Viel von dieser Spritzigkeit merkt man beim ersten Schluck aber nicht. Erst beim runterschlucken stellt sich ein prickelndes Gefühl im Gaumen ein. Beim zweiten Schluck hingegen, der deutlich langsamer getrunken wurde, prickelt es schön auf der Zunge. Kein Bier zum schnell trinken also. Eine deutliche Hopfennote, wie sie andere Kritiker erriechen, konnte ich leider nicht feststellen. Auch erscheint mir das Bier nicht übermäßig süß. Im Abgang taucht dann dieser, vielleicht etwas heftige, Kohlensäureschub auf. Ein unangenehmer Nachgeschmack bleibt aus und so wird das Tuzlanski Pilsener zu einem klassischen Bier, das man entspannt mit Freunden trinken kann.

Der Biersieder-Test
Auch im Biersiedertest ist das Tuzslanski Pilsner ganz nach meinem Geschmack. Die agressive Kohlensäure im Abgang ist weg. Manche würden sagen, dass das Bier, wenn man es stehen lässt, schal schmeckt. Aber ich empfinde es durchaus als angenehm. Negative Eigenschaften treten auch keine hervor. Das macht es durchaus zu einem Bier, das man auch langsam trinken kann.

Das Etikett
Optisch ist das tuzlanski Pilsner recht klassisch. Das Etikett der grünen Flasche ist in Rot und Gold gehalten. Die Banderole am Flaschenhals scheint Werbung für ein Gewinnspiel zu machen. Interessant ist, dass auf dem Etikett mehrere Sprachen zu finden sind. So wird etwa auf Deutsch auf die „natürliche Qualität“ hingewiesen und darauf, dass die 1884 gegründete Brauerei die „erste Dampfbrauerei“ sei. Auch zum Tuzlanski Pilsner habe ich eine Fernsehwerbung gefunden.


Gesamteindruck
Das Tuzlanski Pilsner gefällt mir. Es ist nicht besonders aufdringlich und lässt sich so zu vielen Anlässen servieren. Besonders hervorstechen tut es aber nicht nicht. Das macht es eher zu einem Alltagsbier, das ich aber ziemlich sicher nicht ablehnen werden. Mein Fazit daher: Trinkempfehlung

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Ein Laie trink Bier IV: Jelen Pivo

Jelen Pivo, noch kurz mit Schaumkrone.

Jelen Pivo, noch kurz mit Schaumkrone.

Ich möchte meine Serie mit einem der großen Balkanbiere fortsetzen. Deshalb stelle ich euch in der vierten Folge das „Jelen Pivo“, das Hirschenbier, aus Serbien vor. Kennengelernt habe ich das Bier am Guca-Festival, einem Nach langer Schaffenspause will ich meine Serie „Ein Laie trinkt Bier“ wieder aktivieren. Auch am Balkan entwickeln sich die Biere, entsprechend dem internationalen Trend, weiter. Das hat auch mit einer gewissen Internationalisierung zu tun und das ist nicht immer gut. Die Apatinska Brauerei, aus dessen Hause Jelen stammt, gehörte seit 2003 zur InBev-Gruppe und seit Juni 2012 gehört die Brauerei zur kanadischen Molson Coors Brewing Company. Trotzdem ist das Bier das beliebteste Bier in Serbien. Ob das Jelen Pivo dadurch zu einem Einheitsbier geworden ist soll der Trinktest zeigen.

Biername: Jelen Pivo
Herkunftsland:Serbien
Hersteller: Apatinska pivara
Bierart:Helles Bier
Alkoholgehalt: 5,0 Prozent vol.
Verschlussart: Kronkorken
Zutaten: Gerstenmal, Braumalz, Wasser, Hefe, Hopfen.
Getestete Flaschengröße: 0,33 Liter Flasche

Gekauft habe ich dieses Bier in Bosnien, doch angeblich ist es auch in Österreich erhältlich. Ich habe mich für die 0,33 Liter Flasche entschieden, obwohl es auch 0,5 Liter Flaschen und 0,5 Liter Dosen gibt. Gut gekühlt und eingeschenkt bildet sich nur ein leichter grober Schaum, der innerhalb einer Minute zusammenfällt. Optisch ist das Bier, das ich bisher bei Festivals direkt aus der Dose oder aus der Flasche getrunken habe, heller als erwartet. Es zeigt sich eine klares hellgelbes Bier mit ordentlich viel Kohlensäure die ausperlt. Das merkt man auch beim trinken, wenngleich die Spritzigkeit doch recht flott verfliegt.

 

Der Biersiedertest war recht ereignislos.

Der Biersiedertest war recht ereignislos.

Geschmacklich ist es ein klassisches helles Bier ohne dass es mich vom Sessel haut. Eher ein Alltagsbier und nichts das man als Spezialität einschenken würde. Dafür, dass es fünf Prozent Alkohol hat, wirkt es auch eher leicht. Wer herbe Biere mag sollte nicht zum Jelen-Pivo greifen. Es fehlt eine charakteristische Getreidenote und auch im Abgang bleibt nicht viel hängen. Das, kombiniert mit der schnell verfliegenden Spritzigkeit, macht das Jelen Pivo recht süffig. Wer aber ein Bier zu den traditionell deftigen Speisen Serbiens trinken will, ist vielleicht mit etwas schwererem besser bedient.

Der Biersieder-Test
Auch im Biersieder-Test passiert dem Jelen-Pivo kein großer Patzer. Bemerkenswert ist, dass es geschmacklich weder zu- noch abgenommen hat. Es schmeckt, sieht man von der Temperatur ab genau gleich. Nur im Abgang stört mich jetzt ein komisch künstlicher Nachgeschmack. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise kommen manche Geschmacksstoffe durchaus stärker zum Ausdruck, wenn das Bier einmal warm geworden ist.

Das Etikett
Optisch ist das Jelen Pivo recht interessant. Die Verpackung kommt mit einer breiten gelben Banderole am Flschenhals aus. Am Flaschenkörper findet sich eine große Prägung eines Hirschen, dem Jelen-Logo. Gar nicht blöd eigentlich, denn wenn sich im kühlenden Wasser das Etikett löst, weiß man noch immer was man da trinkt. Interessant ist auch der Claim des Jelen Pivo: „Muskarci znaju zasto“, „Männer wissen, warum.“ Hierzu habe ich auch die Fernsehwerbung von Jelen Pivo gefunden.

Immer ein trauriger Anblick, das ausgetrunkene Bier.

Immer ein trauriger Anblick, das ausgetrunkene Bier.

Gesamteindruck
Leider hat sich mein Verdacht erhärtet. Das Jelen Pivo ist eines der vielen Einheitsbiere aus einer Großbrauerei, das genauso gut aus Österreich, Deutschland oder den USA kommen könnte. Ein gutes Alltagsbier ohne große Fehler aber auch ohne viel Charakter. Ich will trotzdem eine Trinkempfehlung aussprechen. Warum? Weil es es viele schlechtere Biere gibt. Quasi unschuldig aus Mangel an Beweisen.

Mein Fazit: Trinkempfehlung

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