Zu Besuch beim Flohmarkt: “Nur das Beste fürs Schwein”

Kunstgeschichtestudent Maurice verdient sich am Flohmarkt ein Zubrot.

Kunstgeschichtestudent Maurice verdient sich am Flohmarkt ein Zubrot.

Heute bin ich in einer komplett neue Welt eingetaucht. Ich bin heute, an einem Sonntag!, um sechs Uhr früh aufgestanden und bin zum Flohmarkt gefahren. Warum so früh? Weil ich noch einigermaßen vernünftige Fundstücke finden wollte. Wer zu Mittag kommt bekommt doch nur noch den letzten Ramsch. Nun, zugegeben, ich kenne Flohmärkte natürlich. Aber bisher habe ich in Österreich selten etwas Spannendes gefunden. Fündiger wurde

Monikas ganzer Stolz, eine Schusterkiste die mehr als 100 Jahre alt ist.

Monikas ganzer Stolz, eine Schusterkiste die mehr als 100 Jahre alt ist.

ich bisher in Kroatien, wo ich eine echt spannende Sanitätstasche gekauft habe, in den USA, wo ich mich regelmäßig mit alten Filmen eingedeckt habe und in England, wo ich immer wieder alte Postkarten entdeckt habe. In Bulgarien habe ich kommunistische Orden entdeckt und in Deutschland werden DDR-Nostalgiker fündig.

Training für Kunsthistoriker Zum Flohmarkt in Andritz hat mich

Da Ergebnis meines Beutezuges.

Da Ergebnis meines Beutezuges.

meine Arbeitskollegin Ulli eingeladen. Er findet einmal im Jahr statt und neben privaten Verkäufern wie Ulli findet man auch einige Profis, die durchaus spannende Fundstücke zu bieten haben. Und für manchen Verkäufer ist es wohl auch ein dankbares Trainingsfeld. Für Maurice etwa. Seine Großeltern betreiben einen Antiquitätenladen am Grazer Kaiser-Josef-Platz. Die Faszination fürs Alte hat er so quasi in

Nur das beste fürs Schwein. Das gibt es bei meiner Arbeitskollegin Ulli.

Nur das beste fürs Schwein und auch jede Menge anderer lustige Sachen. Das gibt es bei meiner Arbeitskollegin Ulli.

die Wiege gelegt bekommen, interessanter Gedanke eigentlich, und so wundert es wohl nicht, dass Maurice Kusntgeschichte studiert. Damit er aber auch etwas gescheites lernt und danach auch Möbel restaurieren kann, wird er nach dem Studium noch eine Tischlerlehre anhängen. Bis dahin verdient sich Maurice auf Flohmärkten sein Zubrot. Und einige spannende Fundstücke konnte ich bei ihm gleich mitnehmen. Geködert hat er mich mit einem alten Locher, den er mir geschenkt hat. Perfekt für meine Nostalgie-Ecke. Mitgenommen habe ich dann noch fünf Postkarten (aus den Jahren 1900, 1905, 1911, 1924 und 1948) und eine Zeitungsklemme. Am Nachbarstand habe ich dann noch bei Monika die Jubiläumsausgabe der Volkszeitung vom 31. März 1935. Sie räumt gerade den Dachboden ihres Großvaters aus, zumindest erzählt sie mir das. Ihr ganzer Stolz ist eine Schusterkiste. 120 Euro will sie dafür haben. Immerhin sei sie uralt, die Jahreszahlen 1910 bis 1913 zieren die Kiste. Als ein Halbstarker den Preis wissen will, lächelt er nur ungläubig und geht schnell weiter.

Alte Spiele von Privatverkäufern
Günstige Preise gibt es hundert Meter weiter. Dort wo die privaten Gelegenheitsverkäufer ihren Keller ausräumen. Dort gibt es alte Brettspiele und alte Spielkonsolen. Erschreckend, die Nintendo Wii Konsole ist doch noch nicht so alt, dass man sie am Flohmarkt findet. Auch meine Arbeitskollegin Ulli hat einen kleinen Stand. Und wer Ulli kennt weiß, dass es dort jede Menge lustige Fundstücke zu finden gibt. Ein T-Shirt das Schweine-Mastfutter bewirbt etwa: „Nur das Beste fürs Schwein.“  Wobei: Nur wenige Meter von Ullis Stand entfernt habs dann auch das Schwein dazu. Es hat sich ganz entspannt am Spieß gedreht.

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One Response to Zu Besuch beim Flohmarkt: “Nur das Beste fürs Schwein”

  1. Astrid says:

    Ich mag auch Flohmärkte, manchmal findet man dort Gerümpel, aber manchmal auch Kostbarkeiten. Diesen Samstag ist in unserer Stadt Nachtflohmarkt, der ist Pflicht.
    LG
    Astrid

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