Ein Laie trink Bier IV: Jelen Pivo

Jelen Pivo, noch kurz mit Schaumkrone.

Jelen Pivo, noch kurz mit Schaumkrone.

Ich möchte meine Serie mit einem der großen Balkanbiere fortsetzen. Deshalb stelle ich euch in der vierten Folge das „Jelen Pivo“, das Hirschenbier, aus Serbien vor. Kennengelernt habe ich das Bier am Guca-Festival, einem Nach langer Schaffenspause will ich meine Serie „Ein Laie trinkt Bier“ wieder aktivieren. Auch am Balkan entwickeln sich die Biere, entsprechend dem internationalen Trend, weiter. Das hat auch mit einer gewissen Internationalisierung zu tun und das ist nicht immer gut. Die Apatinska Brauerei, aus dessen Hause Jelen stammt, gehörte seit 2003 zur InBev-Gruppe und seit Juni 2012 gehört die Brauerei zur kanadischen Molson Coors Brewing Company. Trotzdem ist das Bier das beliebteste Bier in Serbien. Ob das Jelen Pivo dadurch zu einem Einheitsbier geworden ist soll der Trinktest zeigen.

Biername: Jelen Pivo
Herkunftsland:Serbien
Hersteller: Apatinska pivara
Bierart:Helles Bier
Alkoholgehalt: 5,0 Prozent vol.
Verschlussart: Kronkorken
Zutaten: Gerstenmal, Braumalz, Wasser, Hefe, Hopfen.
Getestete Flaschengröße: 0,33 Liter Flasche

Gekauft habe ich dieses Bier in Bosnien, doch angeblich ist es auch in Österreich erhältlich. Ich habe mich für die 0,33 Liter Flasche entschieden, obwohl es auch 0,5 Liter Flaschen und 0,5 Liter Dosen gibt. Gut gekühlt und eingeschenkt bildet sich nur ein leichter grober Schaum, der innerhalb einer Minute zusammenfällt. Optisch ist das Bier, das ich bisher bei Festivals direkt aus der Dose oder aus der Flasche getrunken habe, heller als erwartet. Es zeigt sich eine klares hellgelbes Bier mit ordentlich viel Kohlensäure die ausperlt. Das merkt man auch beim trinken, wenngleich die Spritzigkeit doch recht flott verfliegt.

 

Der Biersiedertest war recht ereignislos.

Der Biersiedertest war recht ereignislos.

Geschmacklich ist es ein klassisches helles Bier ohne dass es mich vom Sessel haut. Eher ein Alltagsbier und nichts das man als Spezialität einschenken würde. Dafür, dass es fünf Prozent Alkohol hat, wirkt es auch eher leicht. Wer herbe Biere mag sollte nicht zum Jelen-Pivo greifen. Es fehlt eine charakteristische Getreidenote und auch im Abgang bleibt nicht viel hängen. Das, kombiniert mit der schnell verfliegenden Spritzigkeit, macht das Jelen Pivo recht süffig. Wer aber ein Bier zu den traditionell deftigen Speisen Serbiens trinken will, ist vielleicht mit etwas schwererem besser bedient.

Der Biersieder-Test
Auch im Biersieder-Test passiert dem Jelen-Pivo kein großer Patzer. Bemerkenswert ist, dass es geschmacklich weder zu- noch abgenommen hat. Es schmeckt, sieht man von der Temperatur ab genau gleich. Nur im Abgang stört mich jetzt ein komisch künstlicher Nachgeschmack. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise kommen manche Geschmacksstoffe durchaus stärker zum Ausdruck, wenn das Bier einmal warm geworden ist.

Das Etikett
Optisch ist das Jelen Pivo recht interessant. Die Verpackung kommt mit einer breiten gelben Banderole am Flschenhals aus. Am Flaschenkörper findet sich eine große Prägung eines Hirschen, dem Jelen-Logo. Gar nicht blöd eigentlich, denn wenn sich im kühlenden Wasser das Etikett löst, weiß man noch immer was man da trinkt. Interessant ist auch der Claim des Jelen Pivo: „Muskarci znaju zasto“, „Männer wissen, warum.“ Hierzu habe ich auch die Fernsehwerbung von Jelen Pivo gefunden.

Immer ein trauriger Anblick, das ausgetrunkene Bier.

Immer ein trauriger Anblick, das ausgetrunkene Bier.

Gesamteindruck
Leider hat sich mein Verdacht erhärtet. Das Jelen Pivo ist eines der vielen Einheitsbiere aus einer Großbrauerei, das genauso gut aus Österreich, Deutschland oder den USA kommen könnte. Ein gutes Alltagsbier ohne große Fehler aber auch ohne viel Charakter. Ich will trotzdem eine Trinkempfehlung aussprechen. Warum? Weil es es viele schlechtere Biere gibt. Quasi unschuldig aus Mangel an Beweisen.

Mein Fazit: Trinkempfehlung

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