Blogparade: Für Content ins kalte Wasser springen

Mirko Lange stellt in einer Blogparade die Frage: “Geiler Content – aber wie geht das?”. Das ist wohl eine Frage, die sich viele Blogger, PR-Leute und auch Journalisten stellen. Und es gibt tausende Antworten dafür und wahrscheinlich ist jede richtig. Warum? Weil jeder Leser, jede Zielgruppe und jedes Unternehmen unterschiedlich ist.

Es gibt Unternehmen die sich mit attraktiven Themen leicht tun, weil ihnen die Themen einfach zufliegen. Das wäre ein Katzenzüchter zum Beispiel, weil Katzencontent immer zieht. Aber es sind auch Unternehmen der großen Consumer-Bereiche, die ein gewisses Lebensgefühl transportieren können. Auf die Schnelle fallen mir hier, nicht ganz objektiv, Stiegl und Hornig ein. Die eine Marke steht für Bier, die andere für Kaffee. Da geht jede Menge leicht verdauliche Emotion mit.

Aber im Grunde kann man das auf jedes Unternehmen umlegen. Sei es eine Supermarkt-Kette, der sich besonders um lokale Marken im Sortiment bemüht, eine Service/Lobbying-Organisation, die sich auf die Internationalisierung der Wirtschaft konzentriert,  eine Zeitung sich die als Sprachrohr einer bestimmten Gesellschaftsgruppe sieht oder ein kleiner Tischler, der coole Möbel baut. In jedem Unternehmen, jeder Organisation und jedem Hobby findet sich eine Vielzahl an Geschichten die es wert ist zu schreiben. Man muss nur offen damit umgehen und sich auch tatsächlich hinsetzen und sie formulieren.

Content funktioniert aber nur, wenn auch tatsächlich Leidenschaft dabei ist. Ich merke es zum Beispiel an der “Zeitenblicke”-Serie, die ich gemeinsam mit Klaus Krainer in der “Steirischen Wirtschaft” schreibe. In einer elf-teiligen Serie haben wir uns sehr intensiv und wissenschaftlich begleitet mit 100 Jahren Wirtschaftsgeschichte in der Steiermark beschäftigt. Keine kleine Aufgabe, besonders wenn man bedenkt, dass wir in diesen fast drei Monaten auch unsere anderen Aufgaben in der Zeitung zu betreuen hatten. Aber, und genau hier ist der Knackpunkt, es hat uns Spass gemacht und das haben die Leser auch gemerkt. Das zeigen die zahlreichen positiven Rückmeldungen die wir bekommen.

Leidenschaft ist King – niemand kann über alles schreiben
Robert Basic hat damit Recht, wenn er schreibt, dass man als Blogger einfach mit Herzblut dabei sein soll. Das gilt aber für jeden der schreibt und da sitzen Journalisten und Blogger in einem Boot. Primär sollte es bei Content also um die Leidenschaft um eben diesen gehen und erst in zweiter Linie um Leserzahlen. In einer Welt die von Zahlen regiert ist, lässt sich das aber schwer verkaufen. Doch Glaubwürdigkeit lässt sich nicht mit Zahlen festnageln.

Das werden jetzt manche Agenturen nicht gerne hören: Guten Content gibt es nicht von der Stange. Ich betreibe selbst einen corporate Blog. Und als externer Schreiber ist das gar nicht so einfach. Zum Glück habe ich bisher immer gute Hinweise auf Geschichten direkt vom Auftraggeber bekommen. Und da kann ich Uwe Baltner Recht geben. Wenn sich das Unternehmen und der Auftraggeber nicht öffnen will, dann kann man gleich wieder einpacken. Das gelingt manchen mehr und ganz vielen weniger. So hatte ich zum Beispiel die Gelegenheit mich direkt mit der Thematik, es geht um Wein – ich weiß dankbares Thema -, einzulassen. Ohne direkt in die Geschichte einzutauchen und vor Ort zu recherchieren kann man nämlich keinen guten Content liefern. Das gilt für den Journalismus und das gilt noch viel mehr für Blogger. Ein Reiseblogger der nicht reist, ein Weinblogger der nicht trinkt und ein Gadget-Blogger der diese “Wischhandys” (quote Johanna) nicht mag kann doch nur unglaubwürdig sein. Deshalb liebe Auftraggeber potenzieller Corporate Blogs, lasst euch ja nicht einreden, dass eure Agenturen über alles schreiben können. Können sie nämlich nicht. Schon gar nicht, wenn sie das von einem fernen Büro aus machen, ohne auch nur einen Zehen ins kalte Wasser des Themas zu stecken. Man muss schon einen Köpfler vom Drei-Meter-Brett machen um irgendwie Meter zu gewinnen. (Und, bitte lasst euch nicht das Gegenteil einreden, das kostet natürlich Zeit und Geld.)

Heiko Stein bringt es auf den Punkt. Er sagt: “Guter Content ist eine Chance, keine Garantie.” Denn im Endeffekt entscheidet der Leser wie glaubwürdig und damit gut der Content ist. Wer das übrigens lernen will, also das mit dem geilen Content, sollte sich diesen Studiengang anschauen.

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2 Responses to Blogparade: Für Content ins kalte Wasser springen

  1. Pingback: Aufruf zur Blogparade: "Geiler Content - aber wie geht das?" »

  2. Heiko Stein says:

    Herzlichen Dank für die lobende Erwähnung! 🙂

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