Blogparade: Mein erstes Barcamp oder: Was ist ein Facebook?

In einer Blogparade von Stefan Evertz wird nach den Erlebnissen des ersten Barcamps gefragt. Monika Meurer hat mich auf diese Blogparade hingewiesen als wir uns über unser kleines Projekt “Ironblogger Graz” unterhalten haben. Um ehrlich zu sein, mein erstes Barcamp ist schon eine Weile her und ist im wesentlichen der Startschuss zum inzwischen doch recht groß gewordenen Barcamp Graz gewesen. 2008 war in Graz gerade Gemeinderatswahlkampf und in Graz ist erstmals das Politcamp über die Bühne gegangen. Also eigentlich war das für mich zu Beginn eher eine Pflichtveranstaltung, ok Pflicht ist übertrieben aber obligatorisch war es irgendwie. Ich habe damals Journalismus an der FH Joanneum studiert und die beiden Jahrgänge unter mir haben das Politcamp organisiert. Die Teilnahme hat sich aber auch jeden Fall ausgezahlt.

 

Politiker am Barcamp
Damals war alles was Internet war irgendwie neu, obwohl wir vieles schon nutzten. Sicher Facebook und Twitter kannten wir Studenten alle schon. Gefühlsmäßig war StudiVZ, die sozial-media technische Einstiegsdroge, schon wieder Schnee von gestern. Das Politcamp war für mich insofern spannend, weil auch bei der Veranstaltungsform alles neu war, Sessions die damals spannend waren würden heute nicht einmal als Einführungssession durchgehen. Alles war wild, alles war dirty und irgendwie improvisiert. Das war geil und die Aufmerksamkeit, auch der klassischen Medien, war überraschend groß. Das was heute beim Politcamp kaum noch denkbar ist fand damals statt. Es kamen tatsächlich relevante Politiker zu einem Barcamp. Zugegeben, die Grüne Lisa Rücker (

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), später Vizebürgermeisterin von Graz, ist, mitten im Wahlkampf, gleich nach ihrem Vortrag über das Bloggen im Wahlkampf, wieder verschwunden, aber zumindest ihr Parteifreund Christoph Chorherr ist geblieben. Frau Rücker ist damals auch ob ihrer Unwissenheit was Facebook sei aufgefallen. Außerdem, und das war besonders spannend, bekamen wir Einblick in den gerade laufenden Vorwahlkampf der Demokraten. Josef Mantl war damals im Wahlkampfteam von, ich glaub es war Hilary Clinton, die ja dann gegen die Yes we can-Kampagne von Barack Obama verloren hat. Damals war das Internet wirklich noch politisches Neuland und die Kampagnen auf der anderen Seite des Teiches schon fortgeschrittener als die europäischen Onlinewahlkämpfe 2013.

 

Barcamp war früher anders
Ich war seitdem auf einigen Barcamps und ich muss leider sagen, es hat sich gewaltig verändert und wohl auch ein bischen zurückentwickelt. Social-Media spielt eine weniger große Rolle. Vielleicht war ich auf den falschen Barcamps aber Sessions zum Thema “Wie bekommen wir die Inhalte nach außen. Lass uns ein Paper schreiben” hätte es früher wohl nicht gegeben. Ich hab ein bischen im Archiv gegraben und hab von meinem ersten Barcamp einen Podcast 

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 (vom legendären Schneeengel), freistehende Audiostatements (von Christian Klepej 

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, Helge Farnberger  

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oder Georg Holzer 

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), jede Menge Flickr-Gallerien (etwa von Sebastian, Helge und Christian) und Blogbeiträge gefunden Viel dazu beigetragen haben diese Twitterwalls, die leider aus der Mode gekommen sind. Generell wird glaube ich heute weniger über Barcamps geschrieben. Erstaunlich eigentlich, jetzt wo Twitter Mainstream geworden ist und eine entsprechende Reichweite hat, ist es auf einmal nicht mehr so interessant auf Barcamps zu twittern. Das finde ich sehr schade und deshalb habe ich mir vorgenommen bei den Barcamps auf denen ich bin wieder aktiver zu kommunizieren. Das nächste Barcamp wird für mich übrigens der Tourismucamp in Eichstätt sein. Interessant ist hier, dass die Teilnehmerzahl beschränkt ist. Das widerspricht etwas dem Barcampgedanken, ich verstehe aber, dass das logistisch wohl nicht anders zu machen ist.

 

Nachsatz: Ältestes Barcamp
Ein Nachsatz sei mir noch erlaubt. Ich glaube das älteste Barcamp ist eine Veranstaltung die sich nicht als solches versteht. Beim Forum Alpbach gibt es zwar ein starres Programm und wer das erste mal dort ich läuft Gefahr sich darauf zu konzentrieren. Dabei sind es die, oft sehr kurzfristig und inoffiziell organisierten, Kamingespräche, die im ganzen Ort verteilt sind und in keinem Programmheft stehen. Sie sprechen sich nur durch Mundpropaganda herum und oft sind es nur 10 bis 15 Leute die daran teilnehmen. Das bringt mich auf den Gedanken, ich sollte wieder einmal nach Alpbach.

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2 Responses to Blogparade: Mein erstes Barcamp oder: Was ist ein Facebook?

  1. Sensationell. Danke für dieses Audiofundstück, wo ich »mit einem Pullover« gesprochen habe. Toll!

  2. Pingback: Blogparade “Dein erstes BarCamp” | Cortex digital

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