Als ich die KFOR an einer Straßensperre im Nordkosovo besucht habe, gab es kaum schöne Sachen zu berichten. Es war von Molotovcocktails die Rede, von Handgranaten und gewaltätigen Auseinandersetzungen. Wir wurden permanent von bewaffneten Soldaten begleitet, die die Umgebung zu sichern hatten. Ein Gespräch mit serbischen Straßenblockierern wurde uns nur auf eigene Gefahr ermöglicht. Die Soldaten blieben im Respektabstand von etwa 100 Metern. An der Straßensperre waren die Soldaten schwer bewaffnet. An einem Soldaten habe ich sechs verschiedene Waffen gezählt: Sturmgewehr, Granatwerfer, Pistole, Leuchtpistole, Schlagstock, Pfefferspray und Messer.
Das gehört natürlich alles zur militärischen PR. Man will veranschaulichen, dass die Situation gefährlich ist und die Geschichte entsprechend “drehen”. Im Feldlager, lief die Sache schon entspannter ab und zwischen den Soldaten tollte ein kleiner Hund. Rocky heißt er und geriet angeblich bei einer kleinen Auseinandersetzung zwischen Serben und KFOR zwischen die beiden Gruppen. Die Soldaten haben den kleinen Hund herausgeholt und ihn im Feldlager aufgenommen. Sogar eine Hundehütte haben sie gebaut.
Ein weiterer PR Spin oder doch einfach nur eine nette Geschichte? Diese Frage kann ich nicht beantworten.



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