Archive for July, 2010

Das Gewitter – Ein Schlaflied der Natur

(Bitte die Hintergrundstimmung nicht abstellen. Sie gehört zum Text.)

Wenn ein abendliches Gewitter über die Stadt zieht scheint es, als ob ein komplett anderes Leben erwachen würde. Die Straßen sind leer, kein Wunder ist ist ja kurz vor Mitternacht, der Wind rauscht durch die Bäume im Innenhof und erzeugt ein unheimliches Rascheln. Im Hintergrund hört man ein leises Grollen, das Unheil ankündigt. Es hat auch kurz geregnet. Dicke schwere Tropfen erinnern daran, dass die Stadt nicht nur aus trockenen Staub bestehen muss, eigentlich eine Wohltat nach den heißen Tagen, wenn da der Hagel nicht wäre. Irgendwo bei den Nachbarhäusern hat der Wind eine Mülltonne umgeworfen. Die Leeren Metalldosen und Plastikflaschen rollen über den leeren Parkplatz auf der anderen Seite des Hofes. Das Klappern erinnert daran, dass in der Nacht die Stadt leerer, ist als man erwarten würde. Um mich herum türmen sich die Wohnblocks. Balkon an Balkon reihen sich einzelne Familienschicksale und Lebensgeschichten. Manche Türen und Fenster sind offen, man versucht wohl die Hitze der vergangenen Tage auszutreiben. Ich bin aber der einzige, der sich auch tatsächlich auf den Balkon gewagt hat um das nächtliche Gewitter zu beobachten. Generell habe ich noch nie jemanden auf den Nachbarbalkons gesehen. Weder die schrullige alte Frau, die so nett grüßt, noch die türkische Familie aus deren Wohnung es manchmal nach scharfen Essen riecht.

Jetzt fällt mir erst auf, von meinem Balkon aus kann ich bis zu meinen Lieblingstürken sehen. Eigentlich ist der zwei Blocks entfernt, aber der große Parkplatz öffnet mir die Sicht.

Zurück zum Thema. Wenn das Gewitter über die Stadt zieht ist es manchmal unheimlich, aber ich mag diese Stimmung. Besonders wenn so richtig schwerer Regen dabei ist. Dann trommeln die Tropfen auf den Blechdächern ihren schnellen und unregelmäßigen Takt bis es in ein ohrenbetäubendes Rauschen übergeht. Man mag es glauben oder nicht, bei diesem Wetter schlafe ich am besten. Das Trommeln wirkt wie eine Meditation, ein Schlaflied der Natur quasi.

Sigi! Schreib ein Buch.

Ich muss dazu sagen, Sigi Jnlejnda, das ist sein Künstlername, ist ein guter Freund. Bisher ist er als Künstler, eher im privaten Rahmen, auf Partys und bei Festen, aufgefallen. Nach einer Weltreise, die ihn nach Kuba, Venezuela, Australien und Neuseeland geführt haben, wagt er jetzt aber den Sprung in die Öffentlichkeit. Veröffentlicht gleich zwei CDs. Ein Hörbuch mit steirischen Mundartgedichten, die so gar nichts mit den klassischen Mundartgedichten zu tun haben und eine Musik-CD die mit anarcho-kommunistischer Musik gefüllt ist die zum schreien komisch ist, aber auch zum Nachdenken anregt.

Mit dem Lied “Revoluzzn tat I gern” rechnet er gnadenlos mit der österreichischen, insbesondere der steirischen, Politik ab. Garniert werden seine musikalischen Kreationen, die eine Mischung aus Austropop und Hans Söllner sein könnten, mit Mundartgedichten die einen laut lachen aber auch nachdenken lassen.

Ich habe schon einige Kostproben hören dürfen und bin begeistert. Die CDs, die in wenigen Woche veröffentlicht werden, stehen schon lange auf meiner Einkaufsliste. Auch erste Konzerte in der Steiermark sind schon geplant. Sobald ich nähere Informationen dazu habe, werde ich sie natürlich posten.

Selbst wenn ich politisch in vielen Bereichen überhaupt nicht seiner Meinung bin. Seine Texte faszinieren mich trotzdem.

Ich habe Sigi Inlejnda im Grazer Stadtpark getroffen und mich mit ihm über seine Reise und seine Eindrücke unterhalten. Von Drogenschmugglern in Venezuela war die Rede, von abhängigen Maori in Neuseeland und den Spuren von Fidel in Kuba. Eine Reise die so gar nicht touristisch war. Eigentlich sollte Sigi Inländer seine Reise als Buch dokumentieren. Die Geschichten die er zu erzählen hat, sind äußerst spannend. Wahrscheinlich liegt es an seiner offenen Art. Welcher Tourist würde sich schon in Venezuela trauen, mit “Fischern” auf ein Bier zu gehen oder in Kuba mit Einheimischen kritisch über Fidel Castro zu diskutieren. Deshalb hier mein persönlicher, öffentlicher Aufruf. Sigi! Schreib ein Buch.

Jetzt probiere ich es auch…

Ich hab mir Flattr jetzt ein paar Monate angesehen und beschlossen es auszuprobieren. Ich erwarte nicht viel, doch das System gefällt mir.

Ich bin auch bereit für guten Content im Netz zu zahlen. Deswegen zahle ich derzeit 2 Euro im Monat (Ja, das ist wenig und nur die Mindestsumme aber mehr geht zur Zeit nicht).

Was ich nicht machen werde: Ich werde keine etablierten Medien flattrn. Diese haben die Möglichkeit ihr Geld mit Werbung zu verdienen. Ich sehe Flattr eher als Chance alternative Medien zu fördern.

Was ich machen werde: Ich werde Blogs unterstützen von deren Beiträgen ich überzeugt sind. Das sind derzeit noch nicht viele. Ich habe einige gute Blogs im Feedreader die ich leider nicht flattrn kann. Vielleicht ändert sich das noch. Angesprochen fühlen dürfen sich unter anderem:

Enlarge Your Pen, Büro am Meer, Adam Westbrook, Medizynicus und der Krangewarefahrer.

Diese Blogs verfolge ich schon seit einiger Zeit. Schade, dass ich sie nicht flattrn kann.

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