Wenn ein blindes Huhn …

Das Innenministerium und Ministerin Fekter sind in letzter Zeit ziemlich unter Druck geraten. Geringe Aufklärungsquoten, eine Soko Ost deren Sinnhaftigkeit bezweifelt wird, Eberau, alles was Maria Fekter anfasst scheint schief zu gehen.

Was kann man dagegen tun? Genau! Es muss etwas geschehen. Ein Polizeischwerpunkt zum Beispiel. Anhaltspunkte oder gar einen echten Verdacht gibt es zwar nicht, aber vielleicht landet man den großen Coup und verhaftet zufällig einen der großen Fische. Dann kann man das Ganze als großen Aufklärungserfolg feiern.

Aber was, wenn man nur kleine Fische und da nur ganz wenige findet? Stellen Sie sich vor Sie kontrollieren 12.100 Menschen. Wie wahrscheinlich ist es, dass 13 Menschen kriminell sind und verhaftet werden können? Das macht 931 Kontrollen bei einer Verhaftung.  Hm… Klar, das kann ja nur als großer Erfolg verkauft werden.

2008 gab es laut Kriminalstatistik 572.695 angezeigte Straftaten. Laut Wikipedia gibt es in Österreich 8.376.761 Einwohner. Macht 14,6 Einwohner pro Anzeige. Ich weiß, der Vergleich hinkt, aber von einem Fahndungserfolg kann das Innenministerium mit der Schwerpunktaktion wirklich nicht sprechen.

Was bleibt also übrig? Jede Menge Publicity für eine erfolglose Ministerin und 100.000 Euro Kosten für den Steuerzahler. Macht 7.692 Euro pro Verhaftung. Damit konnte man schon wieder jede Menge Gutes tun. Zumindest etwas besseres als 12.100 Menschen zu belästigen und was weiß ich wie viele Tausend Ekis Abfragen unbegründet durchzuführen.

12.100 Menschen, so viele Einwohner hat übrigends Eisenstadt. Egal, die Stammtische freuen sich, dass endlich einmal durchgegriffen wird. Erfolgreiche Polizeiarbeit sieht freilich anders aus, aber was kümmert uns das, Hauptsache es passiert etwas. Aber gut, wie war das nochmal mit den blinden Hühnern? Auch die finden mal ein Korn.

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